Kaum gesehene Potenziale
Dass die Akzeptanz im Motion-Umfeld oft noch fehlt, zeigt sich auch daran, dass sich von den vielen durch die Redaktion befragten Antriebs- und Automatisierungsherstellern lediglich drei Unternehmen beteiligten. Dafür einen umso größeren Dank an die Experten von ABB, Mitsubishi Electric und Schneider Electric. Eine Einschätzung für die FDT Group lieferte zusätzlich Schneider-Electric-Experte Manfred Brill. Er antwortete auf folgende Fragen:
· Inwieweit sind die Entwicklungs- bzw. Standardisierungsarbeiten zur FDT/DTM-Technologie, insbesondere unter dem Aspekt ‚Antriebstechnik' bereits abgeschlossen?
· Wie schätzen Sie aktuell die Akzeptanz ein?
· Worin sehen Sie Vor- und Nachteile für Antriebsanbieter als auch für -anwender?
· Wie differenziert sich FDT/DTM gegenüber der XML-basierten Gerätebeschreibung?
Auch Manfred Brill (S. 31) sieht in der Antriebsbranche eine noch relativ geringe Akzeptanz. Dies lasse sich u.a. dadurch erklären, dass die FDT-Technologie ursprünglich aus der Prozessautomatisierung kommt und in der Fabrikau-tomatisierung noch nicht ausreichend bekannt ist, sowie aufgrund dessen, dass die notwen- digen Spezifikationen für die Einbindung von Netzwerken der Antriebstechnik noch nicht sehr lange vorliegen. Klare Technologievorteile liegen aus seiner Sicht in der Integration von Antrieben verschiedener Hersteller in einem Engineering-Tool bzw. im Zugriff auf einzelne Geräte von einer zentralen Stelle aus und über verschiedene Bushierarchien hinweg. Sein Schneider-Kollege Heinz-Peter Hauptmanns ergänzt (S. 32) die FDT-Vorteile aus Unternehmenssicht: „Unsere Software kann über FDT/DTM einfacher in die SPSen anderer Hersteller integriert werden. Weiterhin können wir über die Schnittstelle bedienerfreundlichere Menüs mit genau definierten Parametern und Konfigurationen für die Software-Nutzung entwickeln. Für Anwender reduzieren sich Inbetriebnahme- und Diagnosezeiten." Dahinter steckt denn auch die positive Einschätzung einer „hohen Akzeptanz von FDT/DTM im Markt". Bei allen Vorteilen eher abwartend zeigen sich die beiden anderen Experten. So geht Oliver Endres von Mitsu-bishi Electric davon aus, dass der geübte Anwender momentan noch die proprietären Schnittstellen besser kennt; Rita Stockmann-Fuchs von ABB wartet gespannt ab, ob sich der Markt in Richtung FDT oder eher hin zu XML-basierten Formaten entwickeln wird.
INFO-TIPP
Detaillierte Informationen zu den FDT-Spezifikationen 1.2 und 1.2.1 sowie zum DTM Style Guide finden Sie hier:
