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Chancen und Umsetzung der FDT-Technologie bei Antrieben

Kaum gesehene Potenziale

Stefan Ziegler, Chefredakteur elektro Automation
Stefan Ziegler, Chefredakteur elektro Automation
Schon vor rd. zehn Jahren startete man die Standardisierungsinitiative Field Device Tool/Device Type Manager (FDT/DTM). Mittlerweile sind die Spezifikationen umgesetzt und als IEC-Standard verabschiedet. Die flächendeckende Akzeptanz im Markt lässt allerdings noch auf sich warten, was sich insbesondere im Bereich Antriebstechnik zeigt. Dass aber auch dieses Segment profitieren kann, erläutert im Trendteil „Drives & Motion" Manfred Brill im Namen FDT Group; ergänzt durch Experten-Statements von ABB, Mitsubishi Electric und Schneider Electric.

Dass die Akzeptanz im Motion-Umfeld oft noch fehlt, zeigt sich auch daran, dass sich von den vielen durch die Redaktion befragten Antriebs- und Automatisierungsherstellern lediglich drei Unternehmen beteiligten. Dafür einen umso größeren Dank an die Experten von ABB, Mitsubishi Electric und Schneider Electric. Eine Einschätzung für die FDT Group lieferte zusätzlich Schneider-Electric-Experte Manfred Brill. Er antwortete auf folgende Fragen:

· Inwieweit sind die Entwicklungs- bzw. Standardisierungsarbeiten zur FDT/DTM-Technologie, insbesondere unter dem Aspekt ‚Antriebstechnik' bereits abgeschlossen?

· Wie schätzen Sie aktuell die Akzeptanz ein?

· Worin sehen Sie Vor- und Nachteile für Antriebsanbieter als auch für -anwender?

· Wie differenziert sich FDT/DTM gegenüber der XML-basierten Gerätebeschreibung?

Auch Manfred Brill (S. 31) sieht in der Antriebsbranche eine noch relativ geringe Akzeptanz. Dies lasse sich u.a. dadurch erklären, dass die FDT-Technologie ursprünglich aus der Prozessautomatisierung kommt und in der Fabrikau-tomatisierung noch nicht ausreichend bekannt ist, sowie aufgrund dessen, dass die notwen- digen Spezifikationen für die Einbindung von Netzwerken der Antriebstechnik noch nicht sehr lange vorliegen. Klare Technologievorteile liegen aus seiner Sicht in der Integration von Antrieben verschiedener Hersteller in einem Engineering-Tool bzw. im Zugriff auf einzelne Geräte von einer zentralen Stelle aus und über verschiedene Bushierarchien hinweg. Sein Schneider-Kollege Heinz-Peter Hauptmanns ergänzt (S. 32) die FDT-Vorteile aus Unternehmenssicht: „Unsere Software kann über FDT/DTM einfacher in die SPSen anderer Hersteller integriert werden. Weiterhin können wir über die Schnittstelle bedienerfreundlichere Menüs mit genau definierten Parametern und Konfigurationen für die Software-Nutzung entwickeln. Für Anwender reduzieren sich Inbetriebnahme- und Diagnosezeiten." Dahinter steckt denn auch die positive Einschätzung einer „hohen Akzeptanz von FDT/DTM im Markt". Bei allen Vorteilen eher abwartend zeigen sich die beiden anderen Experten. So geht Oliver Endres von Mitsu-bishi Electric davon aus, dass der geübte Anwender momentan noch die proprietären Schnittstellen besser kennt; Rita Stockmann-Fuchs von ABB wartet gespannt ab, ob sich der Markt in Richtung FDT oder eher hin zu XML-basierten Formaten entwickeln wird.

INFO-TIPP

Detaillierte Informationen zu den FDT-Spezifikationen 1.2 und 1.2.1 sowie zum DTM Style Guide finden Sie hier:

· www.fdtgroup.org/ technical-documents

15.08.2011


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