Mobilfunk mit viel Potenzial
Ende September 2009 endet nach dem Abkündigen der analogen Standard-Festverbindung durch die Telekom nun auch das Angebot für die befristeten Überbrückungsleistungen. Welche Möglichkeiten bieten sich hier nun an, um einen vollwertigen Ersatz im Sinne einer leistungsfähigen, zuverlässigen und kostengünstigen Fernwartung zu erreichen? Oder ist diese Technik ohnehin schon längst von Mobilfunk & Co. überholt worden? Diese Fragen beantworten im Rahmen des Trendteils „Data & Communication" insgesamt sieben Experten.
Die Abkündigung eines Produkts, einer Dienstleistung oder einer Technologie bedeutet immer auch den Verzicht auf etwas Bewährtes. Sinn macht sie aber in der Regel trotzdem, denn aus Anbietersicht fehlt dann meist das lohnende Geschäft und aus Anbietersicht eröffnen sich mit den technischen Alternativen neue Möglichkeiten bzw. erweiterte Funktionalitäten. Es stellt sich also eher die Frage, ob die Abkündigung zu früh erfolgt, d.h. die „alte" Technologie noch weit verbreitet und vielfach genutzt ist, oder ob der Altbestand in der Praxis bei richtig gewähltem Zeitpunkt vernachlässigbar gering ist. Wie sich die Situation im Falle der Abkündigung der analogen Standard-Festverbindung durch die Telekom darstellt, verdeutlichen die Statements der Experten von ABB, HY-Line, Netmodule, OHP, Siemens, Wachendorff und Welotec (ab S. 26), die folgende Fragen beantworten:
· Welche technischen Alternativen zur analogen Standard-Festverbindung sehen Sie aktuell als marktfähig an und welche Technik eignet sich aus Ihrer Sicht am besten für die industrielle Fernwartung?
· Erwarten Sie für die Fernwartung zukünftig erhöhte Kosten und/oder neue technische Möglichkeiten?
· Wie schätzen Sie die drahtlose Datenübertragung z.B. über GSM/GPRS oder Tetra ein und bei welchen Anwendungen bietet Wireless tatsächlich Vorteile?
Beispielsweise kommentiert Wilko Stübner von ABB: „ Industrielle Fernwartungen mit Techniken wie Standard-Festverbindungen aber auch analoge/ISDN-Wählverbindungen sind immer noch weit verbreitet. Jedoch sind diese den heutigen Anforderungen an Fernwartungskonzepte nicht gewachsen. Die Übertragungsraten sind mangelhaft und genügen in vielen Fällen den heutigen Daten- und Zugriffsicherheitsanforderungen nicht mehr. DSL und Breitbandnetze auf IP-Basis sind Stand der Technik. Hier geht die Entwicklung eindeutig hin zu schnellen und flexiblen Internet-Verbindungen." Dass geringe Kosten und hohe Leistungsfähigkeit für einen rasanten Zuwachs des Mobilfunksektors im Bereich der industriellen Fernwartung sorgen werden, bestätigt u.a. auch Sascha Isinger von Wachendorff: „Vor zwei Jahren zahlte man für einen DSL-Anschluss mit 1000 MByte Datenvolumen ca. 20 Euro pro Monat. Für eine Mobilfunkkommunikation über GPRS lag das MByte bei ca. 10 bis 12 Euro. Heutzutage sind für diese Kosten bereits Flatrates zu bekommen. Vorausschau: Die Preise im DSL- und Mobilfunksektor werden weiter sinken. Speziell im Mobilfunksektor wird man die Technik immer weiter vorantreiben. Stellt man sich vor, dass über ein HSDPA-fähiges Endgerät bereits Kommunikationsgeschwindigkeiten von bis zu 3,6 Mbit/s möglich sind, so ahnt man, was noch alles möglich sein kann."
zg
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