- Die Feldbus-I/O-Module von Balluff mit beleuchteten LCD-Displays erleichtern nicht nur die Adressierung im Netzwerk, sondern bieten auch eine ganze Reihe von Zusatzfunktionen. Dazu gehören das Lock-Bit, Search & Rescue und die Geräteidentifikation. Maschinen- und Anlagenbetreiber profitieren vom signifikant höheren Manipulationsschutz, von mehr Komfort und Transparenz bei der Instandhaltung und letztlich von einer höheren Verfügbarkeit und Produktivität. Die Modulgeneration ist nun für die meisten gängigen Feldbussysteme verfügbar.
Höhere Verfügbarkeit und Produktivität
Feldbussysteme haben den Maschinen- und Anlagenbau in den vergangenen 20 Jahren revolutioniert. Mit geeigneten Produkten, Systemtechniken und innovativen Konzepten unterstützt Balluff die Entwicklung und sorgt dafür, dass Herstellern von Maschinen und Anlagen sowie deren Kunden technologisch immer Lösungen State-of-the-art zur Verfügung stehen. Seit nunmehr vier Jahren bietet das Unternehmen I/O-Module mit bis zu 32 Ein- und Ausgängen. Charakteristische Kennzeichen sind das robuste Vollmantel-Zinkdruckgehäuse, das flache Profil mit gerundeten Kanten, die übersichtlichen großflächigen Anzeigen sowie die einfache Befestigungsmöglichkeit über nur zwei Montagepunkte. Die neue Generation von I/O-Feldbusmodulen verfügt nun zusätzlich über ein beleuchtetes LCD-Display, das Betreibern bei der Adressierung, Einstellung, Instandhaltung und Wartung eine Fülle neuer Möglichkeiten eröffnet. Weil hier mechanische Aufsätze wie beschädigungsanfällige Drehschalter komplett entfallen, ist die Gerätegeneration im IP67-Modus noch robuster und zuverlässiger als die Vorgängerserie und hält höchsten Schock- und Schwingungsanforderungen stand.
Maximaler Nutzen mit Ethernet/IP
Da weltweit unterschiedliche Feldbussysteme im Einsatz sind, bietet Balluff die I/O-Modulgeneration für die gängigsten Feldbussysteme an. Vieles spricht jedoch dafür, dass die Zukunft den Ethernet-basierenden Systemen gehören wird. Daher lassen sich die besonderen Vorzüge und Systemvorteile mit Ethernet/IP am besten nutzen. Ethernet/IP ist inzwischen ein weltweit anerkannter Netzwerktechnik-Standard, der Feldgeräte mit zentralisierten Steuerungslösungen verbindet. Ethernet/IP lässt sich zügig installieren und einfach in bereits vorhandene Netzwerke integrieren. Das Portfolio von Ethernet/IP-I/O-Modulen in IP67 des Herstellers umfasst zwei Baureihen, die mit und ohne integrierten Switch verfügbar sind. Ein Unmanaged-Switch, Netzwerkkabel und Zubehör runden das Programm ab.
Genügten unter Profibus oder Devicenet noch zwei dezimale Drehschalter, um dem Netzwerk die Adresse des I/O-Moduls mitzuteilen (Adressbreich 0 bis 99), verlangen IP-Adressen mit ihren vier Oktetts ein etwas komplexeres Einstellprozedere, was mit Drehschaltern nur unzureichend lösbar wäre. Unter Ethernet/IP erhält das Modul seine eigene IP-Adresse im Netzwerk. Diese wie auch die Subnetzmaske und die Gateway-Adresse werden über zwei Drucktasten und mit Hilfe eines intuitiv bedienbaren Menüs direkt am Modul eingegeben. Einmal eingestellt, sind sie jederzeit auf Knopfdruck abrufbar, bei einigen Modellen lässt sich auch die eingestellte Baudrate ablesen.
Mehr als nur Adress- einstellung
Die komfortable Adressierung der I/O-Module ist aber längst nicht das einzige besondere Merkmal der Gerätegeneration. Bislang bieten nur die vorgestellten I/O-Blöcke von Balluff die Möglichkeit, Maschinen oder Anlagen direkt über das digitale Display vor bewusster oder unbewusster Manipulation zu schützen. Nach Eingabe der Adresse im Editiermodus kann durch die Steuerung (SPS) ein so genanntes Lock-Bit gesetzt werden. Wer nun vom Anzeige- in den Editiermodus der Geräteadressierung wechselt, trifft dort auf das gesetzte Lock-Symbol in Form eines Schlüssels. Unbedachtes Verändern der Adresse ist hier nicht, bewusstes Manipulieren zumindest nicht ohne Hürden, Rückfrage und Dokumentation durch die SPS möglich.
Weil effiziente Bedien- und Handhabungskonzepte immer gefragt sind, erweist sich auch die integrierte Geräteidentifikation als nützlich: Per Tastendruck lässt sich rasch und auf einen Blick in Erfahrung bringen, welche Hard- und Software-Version am Ort des Geschehens im Einsatz ist. Von Vorteil ist dies immer dann, wenn beispielsweise bei Wartungs- oder Erweiterungsarbeiten der aktuelle Stand erfasst werden muss. Missverständnisse und langes Suchen sind damit ausgeschlossen.
Darüber hinaus sind die I/O-Module mit einer integrierten Search & Rescue-Funktion ausgestattet. „Suchen und Helfen" gestaltet den Betrieb und die Wartung von Anlagen transparenter, schneller und wirtschaftlicher: Nicht lange suchen, sondern rasch finden, lautet das Motto. Je zwei helle rote und grüne LEDs sind integrierter Bestandteil des Displays, die Leuchten sind unabhängig vom Modul nur durch die SPS ansteuerbar. Der Anlagenbetreiber kann mit dieser Funktion sinnvolle Zustände oder Sachverhalte definieren, bei deren Eintritt die roten, grünen oder beide Lampen (in gelb) aufleuchten. Sinnvoll zum Beispiel bei komplexen Anlagen, die über eine große Anzahl von Modulen verfügen: Der Bediener kann bei Bedarf ein Modul gezielt ansprechen, das sich per grün oder rot leuchtender LED identifizieren und somit schnell auffinden lässt. Auf vergleichbare Art und Weise lassen sich zusammengehörige Module eines bestimmten Clusters ansprechen. Leuchtet hier die LED eines Moduls nicht auf, könnte dies auf eine Fehlfunktion hindeuten. Mit der Search & Rescue-Funktion lässt sich auch visualisieren, welche Module auf derselben Subnetzmaske liegen. Eine rot leuchtende LED kann, über die SPS entsprechend definiert, auch darauf hinweisen, dass und wo im Prozess augenblicklich etwas schief läuft, beispielsweise wenn ein Temperatursensor eine zulässige Temperatur überschritten hat. Wohlgemerkt handelt es sich hier nicht um eine Diagnosefunktion des Moduls selbst, Ausgangspunkt ist immer die SPS. Da es in der aktuellen Genera- tion Baureihen mit und ohne integrierten Switch gibt, können die in vielen Branchen favorisierten Linientopologien genutzt werden, wie Profinet und künftig auch Ethercat.
Dipl.-Ing. Jürgen Gutekunst ist Leiter der Geschäftseinheiten Netzwerke und Systeme bei Balluff GmbH in Neuhausen ( www.balluff.de )
PRAXIS PLUS
Für Maschinen- und Anlagenbetreiber erzeugen die Funktionen der aktuellen I/O-Modulgeneration messbaren Zusatznutzen. Ohne mechanische Bestandteile sind die I/O-Blöcke von Balluff noch unempfindlicher gegenüber äußere Einflüsse. Schnelle, transparente Adressierung einhergehend mit einem zuverlässigen Manipulationsschutz machen Stillstand zur Ausnahme, Search & Rescue steht für schlankere und effizientere Betriebs- und Wartungskonzepte. Die I/O-Module sind darauf ausgerichtet, über die gesamte Lebensdauer hinweg durch maximale Systembereitschaft und einfache Wartung Kosten zu sparen. Im Ergebnis bedeutet dies höhere Verfügbarkeit und mehr Produktivität.
INFO-TIPP
Informationen zu den genannten Feldbussen geben die Seiten der Nutzerorganisationen:
www.profibus.com und
