- Selbst in Großpackungen soll industriell hergestellte Eiscreme nach handgemachter Köstlichkeit aussehen. Beim Robot Filler von Big Drum Engineering sorgt dabei ein lebensmitteltauglicher TX90HE von Stäubli für die nötige Flexibilität, wie eine Pilotanlage in Bangkok unter Beweis stellt.
Roboter füllt Eiscreme ab wie handgemacht
„Mit unserer Inline-Abfüllmaschine Choice Filler können wir Speiseeis exakt nach Kundenwunsch in vielerlei Formen und Dekorationen herstellen", berichtet Marco Gottschalk, Leiter Einkauf und Arbeitsvorbereitung beim hessischen Hersteller von Eiscreme-Anlagen. „Nur bei Großgebinden mit 3,5 bis 6,0 Liter Volumen waren wir bei der Produktgestaltung bislang eingeschränkt. Doch auch bei diesen Gebindegrößen verlangen die Kunden in zunehmendem Maße Individualisierungsmöglichkeiten."
Gefragt war daher eine Anlage, mit der man Eiscreme in Großverpackungen ansprechender und individueller abfüllen kann. Die Lösung fand Gottschalk auf der Automatica 2010 am Stand von Stäubli: Der brandneue Roboter TX90HE arbeitete dort in einer Demo-Applikation unter permanenter Spritzwasserbeaufschlagung. Die Idee zum Robot Filler war geboren.
Gottschalk: „Das Abfüllen übernimmt in den Anlagen nun dieser Spezialroboter. Und das können wir programmiertechnisch so ausführen lassen, als wäre die Eiscreme vom Italiener um die Ecke von Hand abgefüllt worden. Wir können sogar unterschiedliche Abfüllprogramme hinterlegen, so dass der Inhalt von Verpackung zu Verpackung leicht variiert und der Handmade-Charakter verstärkt wird."
Außerdem punktet der Robot Filler mit hoher Flexibilität. Er kann nicht nur mit unterschiedlichen Gebindegrößen, sondern auch mit unterschiedlichen Verpackungsmaterialien arbeiten. „Die ersten beiden Robot Filler kommen seit kurzem in Bangkok zum Einsatz. Auf den Anlagen laufen unterschiedliche Varianten vom Kunststoffbehälter bis zur Kartonverpackung. Die Umrüstung läuft auf Knopfdruck, und auch mechanisch sind nur wenige Handgriffe erforderlich", so Peter Deren, Elektronikspezialist bei Big Drum.
Über ein manuell zu bestückendes Magazin werden zunächst leere Verpackungen automatisch auf die Rollenbahn aufgegeben und an die Befüllstation transportiert. Nach dem Zentrieren und Fixieren der Verpackung startet der Sechsachser den Befüllvorgang. Er ist dazu am Handgelenk mit einer Düse ausgestattet, die über eine Schlauchleitung direkt mit dem Freezer verbunden ist, der den TX90HE mit der leicht cremigen Eismasse versorgt.
Für die genaue Dosierung ist ausschließlich der Roboter zuständig: „Wir können den Befüllvorgang so präzise steuern, dass wir sogar ohne Sensorik auskommen, was die Kosten reduziert und die Zuverlässigkeit erhöht", so Deren. Nach dem Abfüllvorgang legt an der nächsten Station ein pneumatisches Handling mit Sauggreifern die Deckel auf, die dann an der letzten Station der Anlage mit definierter Kraft aufgedrückt werden. Dann geht die Verpackung auf den direkten Weg zum Schockfrosten.
Während das eigentliche Abfüllen der Eiscreme für den Roboter ein Routinejob ist, stellen die regelmäßigen Reinigungsintervalle eine harte Bewährungsprobe dar. „Die Anlagen werden nach strengsten Kriterien mit aggressiven Mitteln und scharfem Wasserstrahl gereinigt. Während ein solcher Reinigungsvorgang für jeden Standardroboter das sofortige Aus bedeuten würde, kommt der TX90HE mit diesem Procedere problemlos zurecht", lobt Gottschalk.
Denn die HE-Versionen werden in Bayreuth auf die besonders harten Einsatzbedingungen unter Spritzwasserbeaufschlagung ausgelegt. Der komplett gekapselte Roboter ist standardmäßig in Schutzart IP 65 ausgelegt, mit einer Überdruckeinheit lässt sich diese Schutzartklassifizierung noch steigern. Das Handgelenk ist in IP 67 gehalten und erlaubt das Untertauchen in flüssigen Medien.
Als besonders hilfreich erwies sich die vertikale Kabeldurchführung. Die Anschlüsse befinden sich vor Spritzwasser geschützt unter dem Roboterfuß. Die Oberflächen werden einer speziellen Behandlung unterzogen, die die Korrosionsbeständigkeit erhöht und das Gehäuse unempfindlich macht. Besonders beanspruchte Teile sind aus Edelstahl. Die abschließende Lackierung erfolgt in hoher Oberflächengüte, was die Reinigung des Roboters erleichtert.
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