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Ein Pick-to-Light-System optimiert manuelle Produktionsprozesse und reduziert die Fehlerquote
SAS Automotive Systems produziert Cockpits für die Automobilindustrie – individuell zusammengestellt und just-in-sequence. Für den Monteur bei SAS in Zwickau bedeutet das: Jede Minute muss ein Modul vom Band laufen. Damit dies reibungslos funktioniert, zeigt seit Kurzem ein Pick-to-Light-System genau an, wann welche Komponente montiert werden muss. Zum Einsatz kommt dabei eine Pick-to-Light-Lösung von Turck.
Ein Pick-to-Light-System optimiert manuelle Produktionsprozesse und reduziert die Fehlerquote
Automobilzulieferer optimiert Produktion mit Pick-to-Light-System (SPS/IPCDrives: 7-351)

Immer auf der grünen Welle

Oliver Graf, SAS Automotive Systems: „Turck hat eine komplette Lösung inklusive I/O-System geboten
Oliver Graf, SAS Automotive Systems: „Turck hat eine komplette Lösung inklusive I/O-System geboten"
Das Lichtsignal markiert die Box mit dem nächsten einzubauenden Teil; ein Lichttaster quittiert automatisch die Entnahme
Das Lichtsignal markiert die Box mit dem nächsten einzubauenden Teil; ein Lichttaster quittiert automatisch die Entnahme
Turcks modulares I/O-System BL20 sorgt für die Kommunikation zur Anlagensteuerung per Modbus/TCP
Turcks modulares I/O-System BL20 sorgt für die Kommunikation zur Anlagensteuerung per Modbus/TCP
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An vier Standorten in Deutschland stellt SAS Automotive Systems Cockpitmodule für die Automobilindustrie her. Insgesamt produzierte die SAS-Gruppe im Jahr 2010 rund vier Millionen Cockpits. Am Standort Zwickau suchte man nach einem Weg, bei Produktion und Zusammenstellung der Cockpits die Fehlerquellen weiter zu reduzieren. SAS Zwickau produziert Cockpits für das benachbarte VW-Fahrzeugwerk – und zwar just-in-sequence. Oliver Graf, mitverantwortlich für die Anlagenplanung bei SAS, erklärt den Prozess: „Wir bekommen etwa 2,5 Stunden vor Anlieferzeitpunkt den Abruf-Impuls und müssen dann in entsprechender Zeit das gewünschte Cockpit fertigen und anliefern." Um Stückzahlen von bis 1300 pro Tag zu erreichen, muss bei SAS mindestens jede Minute ein fertiges Cockpit vom Band laufen. Die Montagezeit an jeder der 40 Stationen in der Produktionslinie ist dementsprechend kurz.

Wenn während der Qualitätskontrolle am Ende der Produktionskette ein Fehler erkannt wird, muss dieser nach dem Ausschleusen des Cockpits aufwändig manuell korrigiert werden. Der einfachste Weg zur fehlerfreien Produktion ist daher eine integrierte Qualitätskontrolle direkt während der Montage. Vor Einführung des Pick-to-Light-Systems haben die Monteure die jeweilige Konfiguration eines Cockpits nur von einem Auftragsschein abgelesen und das Cockpit entsprechend bestückt. Somit waren Fehler – vor allem bei Varianten mit Bauteilen, die nicht jedes Cockpit erhält – nicht gänzlich zu vermeiden.

Weniger Fehler durch Pick-to-Light

Mit dem jüngst installierten Pick-to-Light-System von Turck konnte SAS die Fehleranzahl bei der Cockpitmontage erheblich reduzieren. Das System übersetzt die spezifische Konfiguration eines Cockpits in Lichtsignale, die dem Monteur die einzubauenden Teile in der richtigen Reihenfolge anzeigen. Dazu wurden alle Ausgabefächer mit einer Signalleuchte versehen. Der Monteur greift in das signalisierte Fach, entnimmt das entsprechende Teil und baut dieses ins Cockpit ein. Die Signalleuchte verfügt über einen integrierten Lichttaster, der die Entnahme des Bauteils automatisch erfasst und quittiert. Das System registriert den Fortschritt, meldet die Entnahme an die Produktionsliniensteuerung-, welche den i.O.-Auftragsabschluss registriert und damit die Freigabe oder das Lichtsignal für den Folgeauftrag auslöst. Ein unbeabsichtigtes Quittieren des Lichttasters – beispielsweise durch verrutschende Bauteile – ist durch die Hintergrundausblendung des Sensors ab 100 mm ausgeschlossen. Eine weitere Sicherungsstufe bietet das System durch die Anzeige von Fehlgriffen: Greift der Monteur in ein falsches Fach, erscheint ein rotes Leuchtsignal.

Der Effekt des Pick-to-Light-Systems mit Quittierung und Anzeige bei Fehlgriff ist enorm: Neben der Reduktion von Fehlern beschleunigt Pick-to-Light zusätzlich den Montageprozess, indem Monteure ihr Augenmerk nicht mehr auf die Identifikation der korrekten Produktkonfiguration richten müssen, sondern sich voll auf den korrekten zügigen Einbau konzentrieren können.

Wettbewerbsvorteil Systemansatz

Für die Turck-Lösung hat sich SAS aus verschiedenen Gründen entschieden. Eine der Hauptforderungen war eine automatische Quittierung per Lichtschranke oder einer alternativen Sensorik. Diese Funktion boten neben Turck noch weitere Anbieter. Punkten konnte der Mülheimer Automatisierungsspezialist letztlich mit seinem ganzheitlichen Lösungsansatz, der auch die entsprechende Hardware zur Anbindung an die Produktionslinie enthält.

Nach und nach hat man in Zwickau 20 Montagestationen mit dem Pick-to-Light-System ausgerüstet – und das während des laufenden Produktionsprozesses. Dabei wurden alle relevanten Lagerfächer der Einbaustationen mit je einer K50-Signalleuchte versehen. Für die Signalübertragung zwischen Lampen und Steuerung sorgt an jeder Station ein BL20-I/O-System, das über ein Feldbus-Gateway per Modbus/TCP an die Liniensteuerung bei SAS angebunden wurde. Softwareseitig waren nur geringfügige Anpassungen nötig.

Auf dem Weg zum Standard

Schon vor der Installation der Anlage in Zwickau hat die SAS-Gruppe am Standort Köln die Erfahrung gemacht, dass das Pick-to-Light-System von Turck perfekt mit der bei SAS eingesetzten Liniensteuerung Clever harmoniert. Dort ist das System bereits seit rund fünf Jahren ohne Probleme im Einsatz. Mit den guten Erfahrungen der Kölner Kollegen konnte man den Optimierungsprozess nun auch in Zwickau beruhigt angehen. Die Verantwortlichen des Produktionsstandorts Saarlouis sind von der Prozessoptimierung durch Pick-to-Light ebenfalls überzeugt, sodass das System auch dort in Kürze zum Einsatz kommt.

DIE AUTORIN Dipl.-Ing. Evelyn Märtin ist Vertriebsspezialistin bei der Hans Turck GmbH & Co. KG in Mülheim ( www.turck.com )

PRAXIS PLUS

Mit energieeffizienten LED-Arbeits- und Signalleuchten bis Schutzart IP67/IP69K komplettiert Turck sein Angebot. Die robuste Ausführung und eine Lebensdauer von 100000 Stunden lassen den Einsatz in einem breiten Anwendungsfeld überall dort zu, wo unter rauen Umgebungsbedingungen eine zuverlässige, helle und gleichmäßige Beleuchtung erforderlich ist. Bei SAS In Zwickau wurden 20 Montagestationen nach und nach mit dem Pick-to-Light-System von Turck bestückt. Dabei wurden alle relevanten Lagerfächer der Einbausta- tionen mit je einer K50-Signalleuchte versehen.

INFO-TIPP

Nach und nach hat man bei SAS in Zwickau 20 Montagestationen mit einem Pick-to-Light-System bestückt. Weitere Informationen über den Automobilzulieferer bietet die Seite:

· www.sas-automotive.com

17.11.2011


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