Sicherheit und Flexibilität an erster Stelle
Neue Richtlinien und Normen sowie moderne Maschinenkonzepte und Kommunikationstechnologien beeinflussen die Entwicklungen in der Automatisierungstechnik und den damit verbundenen Bereich der Maschinensicherheit. Darüber hinaus sind Feldbustechnologien wie Profibus Stand der Technik und Ethernet basierende Feldbusse wie Profinet finden zunehmend Verbreitung. Euchner als Hersteller von Sicherheitsbauteilen trägt dieser Entwicklung Rechnung. Mit der Multifunctional Gate Box für Profinet und Profisafe reagiert das Unternehmen auf die wachsenden Anforderungen in der Sicherheitstechnik.
Feldbussysteme haben sich in der Automatisierung bewährt. Für den Profibus, der in Deutschland am weitesten verbreitet ist, werden seit etlichen Jahren die unterschiedlichsten Endgeräte angeboten, sodass für nahezu jede Applikation in der Automatisierung ein passendes Gerät verfügbar ist. Bei Profinet steht diese Entwicklung jedoch noch ganz am Anfang. Um den Anwendern den Einstieg in diese Technologie zu vereinfachen, bietet Euchner jetzt ein modulares System zur Absicherung von Schutztüren mit integriertem Profinet und Profisafe, mit dem gleichzeitig aber auch andere Aufgabenstellungen rund um die Schutztür abgedeckt werden können.
Kern des Systems MGB Profinet ist das von Euchner bereits vor zwei Jahren vorgestellte Sicherheitssystem Multifunctional Gate Box (MGB). Es ist modular aufgebaut und kombiniert Sicherheitsschalter, Zuhaltung und Riegelsystem in einer kompakten Einheit.
Standard-MGB: Basisfunk- tionen und Module
Zentraler Baustein ist das Auswertemodul. In Kombination mit einem Griffmodul und einer optionalen Fluchtentriegelung sichert die MGB nahezu jede Schutztür ab. Das Auswertemodul gibt es zusätzlich mit integrierten Bedientasten und Anzeigeleuchten, z.B. zur Stoppanforderung und Quittierung oder für andere Funktionen. Das Auswertemodul ist auch als Zuhaltung oder Verriegelung erhältlich. Das bedeutet, dass entweder die Schutztür bei laufender Maschine zugehalten wird, oder aber beim Öffnen der Tür die Maschine in einen sicheren Zustand wechselt. Das Auswertemodul ist besonders stabil ausgeführt. Das Gehäuse außen ist aus hochwertigem Kunststoff. Alle Teile, die größere Kräfte abfangen müssen, sind aus Metall. Selbst ein Zuschlagen der Tür kann die MGB nicht schädigen.
Das passende Griffmodul enthält ebenfalls Funktionen, die an einer Schutztür notwendig sind. Neben dem eigentlichen Türgriff ist hier ein so genannter Sperreinsatz eingebaut, der ausgeklappt werden kann. Damit wird der Türgriff in der Offen-Position fixiert und die Tür kann nicht mehr geschlossen werden. Der Sperreinsatz kann mit bis zu drei Bügelschlössern abgesichert werden. Wenn ein Bediener in die Anlage muss, kann er so verhindern, dass eine andere Person die Tür schließt und die Anlage in Betrieb setzt.
Die wichtigsten Aufgaben der Maschinensicherheit
Oft steht bei der Planung einer Maschine oder Anlage noch nicht fest, ob die Schutztür rechts oder links angeschlagen ist. Für die Standard-MGB stellt das kein Problem dar. Das Griffmodul kann bei den Varianten mit Leitungseinführung sehr schnell und einfach in der Drehrichtung umgestellt werden. Das Auswertemodul wird einfach umgedreht. Das vereinfacht die Lagerhaltung und vermeidet Fehlplanungen. Im Griffmodul sind verschiedene Transponder eingebaut – eine sicherheitstechnische Lösung, die sich in den bekannten CES-Baureihen des Herstellers bewährt hat. Diese erlauben den Einsatz der MGB, egal in welcher Ausführung, bis zum PL e ohne Einschränkungen. Die Forderungen der EN ISO 13849-1 werden somit also auf einfachem Weg erfüllt. Doch auch alle Anforderungen aus der EN 1088 werden von dieser Technik umfassend erfüllt. In dieser Norm wird z.B. gefordert, dass ein einfaches Umgehen einer sicherheitstechnischen Einrichtung nicht möglich sein darf. Durch die Kodierung der Griffmodule gibt es keine Möglichkeit, die Schutzeinrichtung zu überlisten.
Außerdem gehört eine optional erhältliche Fluchtentriegelung zum System. Ist eine Anlage begehbar, dann lautet eine Forderung der Maschinenrichtlinie, dass eine Person, die versehentlich in der Maschine eingeschlossen wurde, sich selbst befreien kann. Hier bietet die Fluchtentriegelung eine einfache Möglichkeit, dieser Forderung nachzukommen. Bei geschlossener Zuhaltung kann sich der Bediener mit der innen liegenden Fluchtentriegelung befreien. Läuft die Maschine, wird sie beim Betätigen des Griffs abgeschaltet.
Mit dem Bedienmodul zur Kommandozentrale
Zur Ergänzung ist auch ein Bedienmodul erhältlich, das es dem Anwender erlaubt, bei Bedarf zusätzliche Funktionen wie Taster, Schlüsselschalter, Wahlschalter oder auch Anzeigeelemente einzuplanen. So können Funktionen, die bisher in separaten Bedienfeldern untergebracht waren, in das flexible Konzept integriert werden. Die bisher beschriebenen Funktionen machen deutlich, dass es rund um die Schutztür viele weitere Anforderungen zu erfüllen gibt, die in einem intelligenten Automatisierungs- und Bedienkonzept erwartet werden. Neben den reinen sicherheitstechnischen Anforderungen werden vermehrt auch Bedienfunktionen verlangt. Dieser Ansatz erspart ergänzende Schaltkästen und deren Verdrahtung. Schon in der Standardausführung des MGB-Systems wird diesem Umstand Rechnung getragen. Sicherheit und Bedienung wachsen zusammen.
MGB mit Busanschluss
Durch die Verwendung der MGB mit Busanschluss entfällt der Verdrahtungsaufwand. Aus Leitungen werden Datenpakete und aus Kabelbäumen werden Busstecker. Durch den Einsatz eines Feldbusses entfällt die Aufgabe, jeden Anschlusspunkt einzeln zu verdrahten. Stattdessen gibt es bei der Profinet-Ausführung für alle notwendigen Signale definierte Ein- und Ausgangsbits, die via Ethernet zwischen MGB und Steuerung übertragen werden. Alle Funktionen, die nicht sicherheitstechnisch ausgewertet werden, können dabei im Standardprotokoll von Profinet übertragen werden. Da alle sicherheitstechnischen Funktionen ein Protokoll benötigen, das eine wesentlich höhere Datensicherheit bietet, kommt Profisafe zum Einsatz. Alle Sicherheitsinformationen werden mit dem integrierten Profisafe-Protokoll an die Steuerung übergeben. Umfangreiche Diagnosemeldungen in Form von Profinet-Meldungen ermöglichen zudem eine schnelle und zielgerichtete Problembehebung, was vor allem in der Inbetriebnahmephase einer Maschine sehr hilfreich ist.
Servicefreundlich und einfach
Als Anschluss kommen in der Profinet MGB die Stecker nach AIDA zum Einsatz, wie sie von Automatisierungsinitiative Deutscher Automobilhersteller standardisiert wurden. Um die Verkabelung des Bussystems zu vereinfachen, ist in der Profinet MGB auch ein 2-fach-Switch integriert, der es erlaubt, das Profinet-RT-Protokoll zu switchen und so eine einfachere Leitungsverlegung zu ermöglichen. Auch zur Spannungsversorgung sind zwei Stecker integriert, sodass nachfolgende Gerät nicht sternförmig vom Schaltschrank angeschlossen werden müssen.
Durch die in Profinet typische, einfache Parametrierung stellt auch der Austausch des Systems im Servicefall eine einfache Angelegenheit dar und ein Wechsel der Komponenten ist in wenigen Minuten möglich. Im Sinne einer einfachen und schnellen Montage sind die Profinet MGBs auch vormontiert auf einer Montageplatte erhältlich. Dann genügen wenige Schrauben, um die gesamte Einheit zu befestigen. Dazu kommt das einfache Stecken der Profinet-Stecker und schon kann eine Anlage in Betrieb gehen.
Nach Informationen der Euchner GmbH + Co. KG in Leinfelden-Echterdingen ( www.euchner.de )
PRAXIS PLUS
Mit dem Auswertegerät CES-AR-AES lassen sich mit nur zwei Eingängen Schalterketten der Baureihe AR mit bis zu 12 Geräten auswerten. Abhängig von den Eingangssignalen werden die vier Sicherheitskontakte geschaltet. Nachgeschaltete Teile des Sicherheitskreises können über einen Rückführkreis überwacht werden. Der Start des Systems kann entweder manuell über eine Starttaste erfolgen oder automatisch. Mit insgesamt 14 Meldeausgängen versorgt das Auswertegerät Steuerungen mit Informationen über den Schaltzustand jedes einzelnen Sicherheitsschalters sowie über anstehende Diagnosemeldungen.
INFO-TIPP
Profisafe hat sich zu einer weltweit führenden und durchgängigen Technologie für funktional sichere Kommunikation entwickelt. Profisafe ist inzwischen internationale Norm unter der Bezeichnung IEC 61784-3-3. Grundlegende Informationen dazu bietet das Dokument:
