Evolution in der Antriebstechnik
Mit der digitalen Motorfeedback-Schnittstelle Hiperface DSL möchte Sick auf dem Gebiet der Antriebstechnik einen Marktstandard zu setzen. Hiperface Digital Servo Link ermöglicht es, die Kommunikation zwischen Frequenzumrichter und Motor-Feedback-System über nur noch zwei Adern zu realisieren. Über die Wirtschaftlichkeit hinaus werden damit auch hohe Sicherheitsstandards umgesetzt, denn die Schnittstelle wurde technisch bis auf SIL3-Niveau gemäß IEC 61508 entwickelt.
Servoantriebs-Systeme in der elektrischen Antriebstechnik bestehen u. a. aus den beiden Komponenten Regler und Motor. Bislang sind diese über zwei separate Anschlusskabel für Energieversorgung und Datenübertragung miteinander verbunden. Beide Kabel zu integrieren und so von den jeweils zwei Anschlusssteckern auf einen verzichten zu können, war ein häufig geäußerter Wunsch vieler Motoren- und Reglerhersteller. Mit Hiperface DSL erfolgt die gesamte Motor-Feedback-Kommunikation nur über das Motorkabel. Hierzu wird die Datenübertragung auf die Versorgungsspannung aufmoduliert. Spezielle Verfahren und die Verwendung von Pulstransformatoren sorgen dafür, dass das Gebersignal von den Störungen auf dem Motorleistungskabel entkoppelt wird. Die Schnittstelle selbst entspricht dem RS485-Standard mit einer Übertragungsrate von 9,375 MBaud. Die Datenkommunikation erfolgt über Entfernungen bis 100 m und synchron zum Reglertakt, der im Extremfall bis zu 11,95 µs kurz sein darf. Mit Blick auf die zunehmenden Sicherheitsanforderungen auch in der elektrischen Antriebstechnik hat Sick die neue Schnittstelle für SIL3-Niveau gemäß IEC 61508 ausgelegt.
Produkttechnisch bietet Sick mit dem Singleturn-Motor-Feedback-System EKS36 und der Multiturn-Version EKM36 die ersten Sensoren mit Hiperface-DSL-Schnittstelle an. Von der Bauform her sind sie im bekannten Gehäusedurchmesser von 36 mm ausgeführt, wodurch am Servoantrieb keine mechanischen Modifikationen vorgenommen werden müssen.
