- Die Behindertenwerkstätten in Cham fertigen die unterschiedlichsten Werkstücke, darunter auch komplexe Vorrichtungen. Dementsprechend vielfältig ist der Maschinenpark – von der Säge über die Stanzmaschine bis hin zum Schweißgerät. Doch wie steht es dabei um den Arbeitsschutz? Am Beispiel einer Boschert-Stanzmaschine lässt sich diese Frage gut beantworten. Zum Einsatz kommt dabei Sicherheitstechnik von Leuze electronic.
Klassische, etablierte Sicherheitslösung
Eine Behinderung führt in der Regel zu einer Benachteiligung im täglichen Leben des Betroffenen. Werkstätten für behinderte Menschen repräsentieren deshalb die Idee, sie in einer speziellen Werkstatt aufzunehmen, sie zu fördern und wenn möglich einzugliedern. Der Gesamtumsatz solcher Werkstätten liegt in Deutschland bei über 1 Mrd. Euro pro Jahr; sie stellen also auch einen erheblichen Wirtschaftsfaktor dar. Insofern kommt der Ausstattung der Werkstätten eine besondere Bedeutung zu und im Hinblick auf die Betriebsmittel auch dem Arbeitsschutz, der gemäß den einschlägigen Normen und Richtlinien auszuführen ist. Auch die Behindertenwerkstätten Oberpfalz Betreuungs-GmbH in Cham unterliegen diesen Bestimmungen. Im Jahr 2009 wurde eine neue Fertigungshalle errichtetet sowie eine weitere 600 m² große Lagerhalle. Insgesamt verfügen die Werkstätten in Cham nun über 1800 m² Produktionsfläche und 2100 m² Lagerfläche. Ferner sind im Warenausgang 19 Lean-Lifte im Einsatz.
Maschinenpark mit Top-Ausstattung
Das Wachstum betrifft auch den Maschinenpark, der sich durch eine große Vielfalt auszeichnet und vor kurzem durch eine Stanzmaschine der Boschert GmbH + Co. KG erweitert wurde. Der Hersteller in Lörrach fertigt seine Bearbeitungsmaschinen weniger als fünf Kilometer vom Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz entfernt und gilt nun schon seit 1946 als kompetenter Partner. Boschert bietet ein umfangreiches Programm an Ausklink- und Stanzmaschinen und ist heute fast jedem Blech verarbeitenden Betrieb bekannt.
Die in den Werkstätten in Cham installierte Boschert-Maschine vom Typ Compact Rotation Index bietet CNC-Stanztechnik zu geringen Kosten. Dabei überzeugt die Maschine durch ihre Vielseitigkeit; z.B. können mittels anwenderfreundlicher Software-Funktionen (Drehen, Wenden, Nachsetzen u. dgl.) auch größere Werkstücke problemlos gefertigt werden. Eine stufenlose Drehung aller Werkzeuge bis zum Durchmesser 105 mm ist möglich. Die Gefahrenpotenziale bei einer solchen Maschine liegen im sich bewegenden Werkstück, dem Blech, sowie ggf. in der Zuführung, im Werkzeug sowie im Wechsler. Die klassische und etablierte Sicherheitslösung für diese Maschinenart ist die Zugangssicherung mit Mehrstrahl- Sicherheits-Lichtschranken – entweder rundum oder mehrseitig, wie in Cham.
Sicherheit ohne Kompromisse
Eingesetzt werden die Typ-4-Mehrstrahl-Sicherheits-Lichtschanken der Baureihe MLD 500. Der Sensorhersteller Leuze electronic hat die MLD-Sensoren seit Anfang 2010 im Programm und die Anzahl der Installationen nimmt vor allem im Bereich der Blechbearbeitungsmaschinen ständig zu. Hier stellen mehrseitige Zugangssicherungen bzw. Rundumabsicherungen mit Mehrstrahl-Sicherheits-Lichtschranken aufgrund des Kosten-Nutzen-Aspekts den Stand der Technik dar.
Josef Lankes, zuständig für den Betriebsmittelbau, sagt zur Bedeutung der Arbeitssicherheit in seinem Bereich: „Bei uns wird großer Wert auf die Sicherheit gelegt. Deshalb passieren hier mit unserem Personal sogar weniger Unfälle als im durchschnittlichen Betrieb." Zur Qualifikation seiner Mitarbeiter gibt er ein klares Statement ab: „Wir müssen sehr genau abschätzen, welcher Mann zu welcher Arbeit passt. Dann gibt es keine Probleme." Josef Lankes weiß, wovon er spricht, denn er kann auf über 25 Jahre Erfahrung in den Werkstätten für behinderte Menschen zurückblicken. Nach seiner technischen Ausbildung entschied er sich für diese Stelle, absolvierte Weiterqualifizierungsmaßnahmen und eine sonderpädagogische Zusatzausbildung.
Gestiegene Anforderungen erfüllen
Den gestiegenen Anforderungen aus der Industrie (zu den Kunden gehören beispielsweise BMW oder die Krones AG in Regensburg) begegnet Josef Lankes mit einer modernen Produktionslandschaft und durchorganisierten Prozessen. So wurde in den 1990er Jahren der Umstieg auf die CNC-Technik im Betrieb erfolgreich vollzogen. Zudem denkt Josef Lankes konsequent erfolgsorientiert. Im Bezug auf die Arbeitssicherheitssensoren bedeutet das für ihn primär: „ Die Funktion muss gewährleistet sein."
Bei den MLD Mehrstrahl-Sicherheits-Lichtschranken von Leuze electronic kann er da ganz sicher sein. Auf diese Sensoren ist Verlass – selbst bei minus 30 °C und bei Reichweiten bis 70 m arbeitet das Sender-Empfänger-System zuverlässig.
Freistehende optoelektronische Schutzeinrichtungen unterliegen besonderen Anforderungen hinsichtlich der Montage, Stabilität und Justagequalität. Die UDC-Befestigungssäulen zusammen mit den UMC-Umlenkspiegelsäulen ermöglichen die stabile Montage der MLD-Mehrstrahl-Sicherheits-Lichtschranken freistehend am Boden. Fest im Boden verankert schützen die Säulen die Sensoren durch ihre robuste Ausführung zuverlässig vor Beschädigung. Eine exakte vertikale und axiale Ausrichtung der Geräte ist leicht möglich. Federelemente im Fuß der Gerätesäulen sorgen für eine selbsttätige Rückstellung nach mechanischen Stößen. Die Befestigung der MLD-Sensoren in den UDC-Gerätesäulen erfolgt einfach mittels Klemmhalterungen.
Bei der Einrichtung unterstützt der MLD-Sensor den Errichter durch Leuchtdioden und eine gut ablesbare 7-Segment-Anzeige. Das erleichtert ihm das Überprüfen der ordnungsgemäßen Funktion und gegebenenfalls das Auffinden von Fehlern. Anhand der Meldungen der 7-Segment-Anzeige kann er die Ursache für das Sensorverhalten unmittelbar feststellen und direkt Gegenmaßnahmen einleiten, beispielsweise: Frontscheibe reinigen, Verdrahtung überprüfen, Betriebsart korrigieren und dergleichen.
Einrichten – einfach und effizient
Zudem zeichnet sich der Sensor durch einige Funktionen aus, die dem Maschinenbauer und -anwender eine echte Hilfe sind: beispielsweise die integrierte Laserausrichthilfe, mit der sich Zugangssicherungen wie in Cham recht einfach aufbauen lassen. Der senderseitig aktivierte Laserstrahl bringt beim Empfänger ein Reflexelement weithin sichtbar zum Leuchten und der Errichter erkennt sofort, ob die Lage der Geräte zueinander stimmt. Werden Umlenkspiegel für eine Absicherung eingesetzt, dient der Laserstrahl dazu, Schritt für Schritt die nacheinander folgenden Umlenkspiegelsäulen auszurichten und die einzelnen Umlenkspiegel korrekt zu justieren. Auch bei großen Abständen geht dies schnell und einfach – die Einrichtzeit lässt sich damit erheblich reduzieren.
Nach Informationen von Leuze electronic GmbH & Co. KG in Owen ( www.leuze.com )
PRAXIS PLUS
Die Mehrstrahl-Sicherheits-Lichtschranken der Reihe MLD 500 (Typ 4, PLe) bieten eine Anlauf-/Wiederanlaufsperre sowie eine Schützkontrolle und lassen sich im Bedarfsfall auch in verschiedenen Muting-Modi betreiben. Zusätzliche Muting-Bausteine entfallen, wodurch sich bei der Einrichtung der Muting-Anwendung der Aufbau vereinfacht. Die Baureihe ist prädestiniert für weiträumige Rundumsicherungen, die mit Umlenkspiegeln realisiert werden, wobei Reichweiten bis 70 m möglich sind. Neben Sender/Empfänger-Ausführungen sind auch 2- und 3-strahlige Transceiver-Ausführungen verfügbar. Zur Parametrierung ist kein PC notwendig, da die Funktionen über die Pin-Belegung am Anschluss eingestellt werden. Optionen wie die Laserausrichthilfe, ein Muting-Leuchtmelder und die patentierte Drehhalterung zur einfachen Befestigung und Justage runden das MLD-Programm ab.
INFO TIPP
Die Stanzmaschine des Typs Boschert Compact Rotation Index bietet einen Arbeitsbereich von 1060 x 2080 mm. Sie bearbeitet eine Blechdicke bis 12,7 mm und hat eine Stanzkraft bis maximal 280 kN. Die Positioniergeschwindigkeit beträgt in der X-Achse 60, in der Y-Achse maximal 30 m/min. Abhängig von der Einstellung sind bis zu 800 Hübe pro Minute möglich:
