- Die Norm IEC 61800-7 umfasst nicht nur ein, sondern mehrere Antriebsprofile. Eine über die Norm hinaus gehende funktional einheitliche Schnittstelle entwickelt nun das Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen. Was dies genau bedeutet und welche Einschätzung hierzu die Nutzerorganisationen sowie einige Antriebsanbieter abgeben, zeigt der aktuelle Trendteil zu „Data & Communication".
Weiter als nach IEC 61800-7
Ziel der Arbeiten des ISW an der Universität Stuttgart ist es, durch die Definition einer funktional einheitlichen Schnittstelle die Applikationsebene von den Antriebsprofilen zu entkoppeln. Das Konzept sieht vor, dass die Schnittstelle sowohl in der Steuerung als auch im Feldgerät vorhanden sein kann. Das Vorgehen dazu anhand objektorientierter Analyse beschreibt Armin Lechler entsprechend der Schritte „Abstraktion und Vergleich von Bussystemen" sowie „Ableiten einer Applikationsschnittstelle" (S. 22).
Doch wie sehen die Nutzerorganisationen der verschiedenene Bus- bzw. Industrial-Ethernet-Systeme diese Entwicklung? CiA, PNO und sercos international erläutern dies mit Antworten auf folgende Fragen (S. 24):
· Ziel der IEC 61800-7 ist die Vereinheitlichung der nicht kompatiblen Antriebsprofile verschiedener Bussysteme. Wird dieser Anspruch aus Ihrer Sicht erreicht?
· Kennen Sie die Arbeiten des ISW zu einer funktional einheitlichen Schnittstelle und – wenn ja – wie bewerten Sie diese?
· Gibt es aus Ihrer Sicht überhaupt einen Bedarf für eine solche feldbusunabhängige Entwicklung und Integration von Automatisierungsgeräten?
· Gibt es neben den ISW-Entwicklungen ähnliche Projekte bzw. Technologien und welchen Stellenwert haben diese?
Dabei zeigen sich durchaus unterschiedliche Sichtweisen. So merkt Walter Möller-Nehring von der PNO an, dass auch schon in der normativen Beschreibung „die Geräteprofile für elektrische Antriebe so inkompatibel oder unterschiedlich gar nicht sind." Für Peter Lutz von sercos international ist mit der funktional einheitlichen Schnittstelle des ISW „für Steuerungs- oder Antriebshersteller, die mehrere Antriebsprofile unterstützen müssen, eine wesentliche Hilfestellung gegeben." Auch die Antriebs- und Automatisierungsspezialisten Beckhoff, Bosch Rexroth, Festo und Siemens geben Auskunft zu den genannten Fragen (S. 26). Ihre Aussagen zeigen ebenfalls, dass sich in diesem Umfeld ein neuer Standard schwer tut. Deutlich macht dies u.a. Klaus Pache von Siemens: „Eine zusätzliche Zwischenschicht zur funktiona-len Vereinheitlichung geht unserer Meinung nach zu Lasten der Performance..."
INFO-TIPP
Grundlagen zur IEC 61800-7, d.h. wie sie zu Beginn der Normungsarbeiten als universelle Schnittstelle zur Antriebstechnik gesehen wurde, erläutert detailliert Prof. Max Felser von der Berner Fachhchschule:
