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Day of Automation bei KW-Software

Wachsende Komplexität beherrschen

Day of Automation bei KW-Software: Bis zum letzten Platz ausgebucht
Der diesjährige Day of Automation, den KW-Software erstmals in den eigenen Räumlichkeiten am neuen Standort im Centrum Industrial IT (CIT) in Lemgo veranstaltete, beschäftigte...
Day of Automation bei KW-Software: Bis zum letzten Platz ausgebucht
Day of Automation bei KW-Software: Bis zum letzten Platz ausgebucht
Boris Waldeck, Leiter Marketing und Vertrieb, und Andreas Orzelski, Geschäftsführer von KW-Software (v.l.): Nur mit einer einfach zu bedienenden Software lässt sich zukünftig die wachsende Komplexität beherrschen.
Boris Waldeck, Leiter Marketing und Vertrieb, und Andreas Orzelski, Geschäftsführer von KW-Software (v.l.): „ Nur mit einer einfach zu bedienenden Software lässt sich zukünftig die wachsende Komplexität beherrschen."

Der diesjährige Day of Automation, den KW-Software erstmals in den eigenen Räumlichkeiten am neuen Standort im Centrum Industrial IT (CIT) in Lemgo veranstaltete, beschäftigte sich unter dem Thema „Trends und Lösungen für die Automation" mit den Aspekten Einfachheit, Flexibilität, Software-Skalierbarkeit sowie Safety und Security. Andreas Orzelski, Geschäftsführer von KW-Software, wies zur Eröffnung auf den zunehmenden Einfluss der IT auf die Automatisierung hin: „Die klassische Automationspyramide wandelt sich zunehmend zum Automatisierungs-Diabolo, bei dem die Feldebene zukünftig über ein gemeinsames Datenmodell stärker mit der vernetzten IT verbunden wird. Nur mit einer leistungsfähigen, flexiblen und einfach zu bedienenden Software kann der Entwickler der Zukunft die wachsende Komplexität beherrschen." Das sah auch Volker Bibelhausen von Phoenix Contact so. Unter dem Aspekt „Was können wir aus der Gaming-Welt lernen" wagte er deshalb einen Blick über den Tellerrand und beschäftigte sich mit der Notwendigkeit, die Komplexität in der Automatisierung zu reduzieren: „Das Ziel sind einfache und beherrschbare Steuerungssysteme für anspruchsvolle Aufgaben, die dem Betreiber durch die Reduzierung der Komplexität Kostenvorteile bieten. Hier kann die Spiele-Industrie wertvolle Ideen geben."

Da die Maschinenrichtlinie mit den unterlagerten Normen ebenfalls ein komplexes Thema sind, wurden viele der genannten Aspekte bereits bei der Entwicklung der Sicherheitsprodukte PSR-Trisafe und Safety Bridge berücksichtigt. Das zugehörige Parametriersystem Safeconf entstand in Zusammenarbeit mit KW-Software. Laut Tjark Höltkemeier von Phoenix Contact kann der Anwender damit ganz einfach per Drag & Drop die Logik für die konfigurierbaren Sicherheitsmodule und Safety Bridge erstellen. Die Software bietet die nötige Flexibilität, die zur schnellen Erweiterung und Modifizierung von Konfigurationen erforderlich ist. Mit integrierten Tools wie dem Simulationsmodus unterstützt sie die Sicherheitstechnik von der Logikerstellung bis zur Inbetriebnahme unter Berücksichtigung relevanter Normen wie der ISO13849-1. Ein Ziel der Softwareentwicklung war dabei, alle wichtigen Informationen auf einem Bildschirm darzustellen, um so ein übersichtliches und intuitives Arbeiten zu ermöglichen.

Moderne Software auf Multiprozessorsystemen stellt Anwender ebenfalls vor neue Herausforderungen. Boris Waldeck, Leiter Marketing und Vertrieb, stellte die Software-Plattform von KW Software vor, die eine umfassende Unterstützung der IEC61131-, Safety- und Profinet-Technologien als skalierbare Lösungen für Automatisierungsgeräte bietet. Dabei ging er besonders auf die Bedeutung für Multicore-Prozessoren ein, die mit Hilfe eines Hypervisors mehrere Safety-Kanäle oder Echtzeit plus Visualisierung ermöglichen. Wie so etwas in der Praxis aussehen kann, zeigte Heinrich Munz von Kuka Roboter in Augsburg: "Safety, Security, Performance, Connectivity, Virtualization und Multicore – diese Technologien und Eigenschaften haben wir vollständig in die neue Robotersteuerungsgeneration KRC4 integriert." Dabei wurde der 1996 eingeschlagene Weg des bevorzugten Einsatzes von Mainstream-Technologien wie eines Windows-PC mit VxWorks als Echtzeiterweiterung konsequent weitergeführt. Statt über die Vielzahl bisheriger Feldbusse kommuniziert die Steuerung nun lediglich über drei Ethernet-Controller. Dabei wurde die Steuerung auf einem Mainstream-Motherboard mit einem Core2-Duo-Prozessor realisiert, wobei alle Protokolle einschließlich Safety in Software realisiert wurden. Zum Einsatz kommen neben XP-Embbeded sowie VxWorks die Sicherheits-Soft-SPS SafeOS und optional PronConOS als nicht sichere SPS. Zwischen Windows und VxWorks befindet sich ein virtuelles TCP/IP-Netzwerk als Bestandteil des Hypervisors VxWin. Das Online-Engineering erfolgt auf dem ebenfalls neuentwickelten Smart-Pad.

Profinet ist auf dem Weg, zu einem globalen Netzwerk-Standard in der Automatisierungstechnik zu werden. Mit speziellen Features soll der Profinet-Chip TPS-1 deshalb die Funktionalität für eine kostengünstige Schnittstellen-Integration in Automatisierungsgeräte bieten. Niels Trapp vom Chiphersteller Renesas Electronics Europe in Düsseldorf und Peter Fuchs von KW-Software erläuterten die Vorzüge ihrer Zusammenarbeit und der daraus resultierenden internationalen Verfügbarkeit sowie des Supports beim Tiger-Chip, der als Gemeinschaftsprojekt von Pheonix Contact/KW Software und Siemens entstanden ist. Er soll die Ertec-Chips ergänzen und ist so positioniert, dass er die Anschaltkosten weiter senken kann. Der Chip bietet einen 2-Port-IRT-Switch, ein paralles und serielles Host-Interface basierend auf dem Profinetstandard 2.3 für RT und IRT. Erste Muster sollen demnächst, Serienstückzahlen im dritten Quartal nächsten Jahres verfügbar sein.

Mit wachsendem Einsatz moderner Kommunikationstechnologien wächst auch der Bedarf an Sicherheitslösungen. „Security meets Automation" titelte deshalb Torsten Rössel von Innominate Security Technologies in Berlin seinen Beitrag und erläuterte, weshalb modulare Lösungen mit dedizierten Appliances eine sinnvolle Lösung sind. Dass Schadsoftware keine Besonderheit der Office-Welt mehr ist, zeigt das Beispiel des Trojaners Stuxnet, der auf Prozessleitsysteme WinCC zugreift und zwei Schadprogramme installiert. Während eine Komponente die Daten ausspäht, verschleiert das Rootkit die Infektion. Der Schadcode, der mit einem fremden Zertifikat ausgezeichnet ist, manipuliert die Programmierschnittstellen in Siemens-PCS7-Installationen. Die ausgelesenen Daten werden an zwei Control&Command-Server in Dänemark bzw. Malaysia gesendet. Im Gegenzug erhält der Trojaner von dort RPC-Kommandos oder weitere DDLs zur Ausführung.

Dieser Artikel stammt aus Community-Indicator


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