Vom Profibus für Profinet lernen
Während beim Profibus 90 % der aufgetretenen Probleme in der Buskommunikation auf physikalische Ursachen (Kabel, Leitungen, Stecker) zurückzuführen sind, richtet sich im Profinet durch die Möglichkeit der Übertragung von unterschiedlichen Protokollen innerhalb eines Netzwerkes der Blickwinkel verstärkt auf die Bewertung logischer Kommunikationszusammenhänge. Wer also die tatsächliche Qualität seiner Kommunikation kennen und nicht nur nach der Anlagenfunktion oder Anzahl der Ausfälle beurteilen will, benötigt konkrete Werte. In der Messpraxis haben sich für Profinet drei messbare Netzzustandsgrößen herauskristallisiert, welche sich durchaus als allgemeingültige Qualitätskriterien in der Profinetkommunikation durchsetzen könnten: der Telegramm-Jitter, die Anzahl ausgefallener Telegramme und das Lastspektrum (z.B. das Verhältnis von Profinet zu TCP/IP). Unter Beachtung dieser Qualitätskriterien sowie deren Grenzwerte und Verhältnisse zueinander lassen sich Netzwerke von vornherein zuverlässig planen bzw. optimal auslegen. Nutzt man zudem ein Diagnosetool, beispielsweise den Profinet-Inspektor, der für seine Analyse die gleichen Kriterien zu Grunde legt, lassen sich aus den Online-Daten der echten Betriebspraxis die geforderten Parameter bestätigen bzw. im Bedarfsfall durch einen Eingriff in die Installation entsprechend anpassen. Sind im Online-Test mit dem Analyse-Tool alle drei der genannten Qualitätskriterien erfüllt worden, kann man weiterhin davon ausgehen, dass die Leitungsqualität stimmt, und somit auf kostspielige Offline-Leitungstests künftig verzichten.
Hannover Messe: 9-A33
