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Anwender-Statement zur Bedeutung von IO-Link

Beherrschbare Innovationen

Uwe Sticher, Leitung Montage Inneneinbau B-Klasse, Werk Rastatt der Daimler AG ( www.daimler.com)
Uwe Sticher, Leitung Montage Inneneinbau B-Klasse, Werk Rastatt der Daimler AG ( www.daimler.com)
IO-Link wird von einer Vielzahl an Komponentenanbietern unterstützt, die bereits konkrete Produkte oder zumindest Prototypen entwickelt haben. Doch für den wirklichen Durchbruch in der Pra-xis ist neben dem ausreichend breiten Produktspektrum naturgemäß vor allem die Akzeptanz der Automatisierungsanwender ausschlaggebend, die allerdings auch einen entsprechenden Bedarf voraussetzt. Dass und warum dieser zumindest im Falle der Daimler AG derzeit nicht gegeben ist, erläuterte Experte Uwe Sticher auf Anfrage der elektro Automation.

IO-Link wird von einer Vielzahl an Komponentenanbietern unterstützt, die bereits konkrete Produkte oder zumindest Prototypen entwickelt haben. Doch für den wirklichen Durchbruch in der Pra-xis ist neben dem ausreichend breiten Produktspektrum naturgemäß vor allem die Akzeptanz der Automatisierungsanwender ausschlaggebend, die allerdings auch einen entsprechenden Bedarf voraussetzt. Dass und warum dieser zumindest im Falle der Daimler AG derzeit nicht gegeben ist, erläuterte Experte Uwe Sticher auf Anfrage der elektro Automation.

eA: Herr Sticher, seit nun schon über zwei Jahren wird an IO-Link gearbeitet. Ist diese Kommunikationsschnittstelle zurzeit für Sie ein Thema?

Sticher: I/O-Link wird in den Mercedes-Pkw-Werken aktuell nicht eingesetzt. Hintergrund ist aber nicht ausschließlich die Sinnhaftigkeit eines Datenaustausches auf der Sensor-/Aktorebene, sondern im Wesentlichen interne Standardisierungsbemühungen, die den Einsatz derzeit nicht vorsehen. Hierzu muss man wissen, dass in den letzten 15 Jahren in der Automobilindustrie auf der Sensor-/Aktorebene enorm viel passiert ist – zuerst der Einsatz von Feldbussystemen, dann die Einführung des Sicherheitsfeldbus parallel dazu. Dann folgten noch die Verschmelzung dieser beiden Systeme und nun der Sprung auf Ethernet basierende Komponenten. Wir bauen allerdings modellzyklusbedingt in einigen Werken und Bereichen nur alle sieben bis acht Jahren neue Anlagen auf. In verfahrenstechnischen Bereichen sogar nur alle 16 bis 20 Jahre. Insofern hatten unsere Instandhaltungsbereiche enorme Mühen, dem technologischen Fortschritt zu folgen. Zudem haben sich diese Fortschritte nicht auf das Bussystem beschränkt, sondern auch auf die Projektierungs- und Diagnoseanforderungen sowie auf die Aktoren (z.B. Frequenzumrichter mit integrierten Sicherheitsfunktionen). Weitere, unterlagerte Sensor-/Aktorsysteme haben deshalb vorerst keine Akzeptanz gefunden. Obwohl I/O-Link als einfach und im Einzelfall sinnvoll erachtet wird, ist aktuell kein Einsatz vorgesehen. Letztlich liegt dies sicher auch daran, das wir nur wenige Sensoren haben, die wir mit I/O-Link sinnvoll anbinden können. Hierzu zählen komplexe Lichtaster und Durchflussmengenmessge- räte mit entsprechender lokaler Intelligenz. Die überwiegende Zahl der Sensoren sind induktive Näherungsschalter, für die eine I/O-Link-Anbindung als übertrieben angesehen wird. Dies wäre auch im momentanen Verhältnis intelligenter zu weniger intelligenten Sensoren in unseren Anlagen durch den Mehrpreis der Feldbusmodule nicht wirtschaftlich. Hier mögen andere Industriezweige gänzlich andere Vorraussetzungen haben, die den Einsatz sinnvoller machen.

zg

eA-INFO-TIPP

Uwe Sticher ist nicht nur bei Daimler ein ausgewiesener Automatisierungsexperte, sondern auch in der Jury des Deutschen Sensor-Applikationspreises. Diese Auszeichnung für besonders „ pfiffige" Sensor-Anwendungen ist eine Initiative von Turck sowie den beiden Konradin-Fachzeitschriften eA und KEM und wird am 26. November 2008 im Rahmen des Messeforums der SPS/IPC/Drives verliehen (Stand 2-461, 12:00 Uhr):

· www.eA-online.de/ sensor-applikationspreis

29.10.2008


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