'Linearmotor 2.0' für neue Wege im Maschinenbau
Beim neuen Antriebssystem XTS (eXtended Transport System) von Beckhoff hat man das Funktioonsprinzip vertauscht und lässt den Linearmotor im Kreis fahren. Uwe Prüßmeier, Produktmanager Feldbus- und Antriebstechnik, sieht diesen „Linearmotor 2.0" dementsprechend auch als eine konsequente Weiterentwicklung des traditionellen Li- nearmotors, die völlig neue Freiheiten für den Maschinenbau bietet: „XTS kombiniert die Vorteile zweier bewährter Antriebsprinzipien: Rotations- und Linearsysteme. Das Ergebnis ist ein neues Antriebssystem, welches das bisherige Linearmotor-Prinzip vertauscht. Der Motor ist zusammen mit Leistungselektronik und Wegerfassung vollständig integriert. Ein oder mehrere kabellose 'Mover' können auf einer nahezu beliebigen und flexiblen Streckenkonfiguration hochdy-namisch mit bis zu 4 m/s be- wegt werden. Damit revolutioniert XTS die Antriebstechnik in kompakter Bauform und ermöglicht völlig neue Maschinenkonzepte." Als konkrete Auswirkungen für den Maschinenbau sieht Uwe Prüßmeier u.a.:
· kleinere, effizientere Maschinen,
· deutlich höhere Maschinenfunktionalität,
· überschaubare und beschleunigte Konstruktion,
· vereinfachte Montage, Inbetriebnahme und Wartung,
· Wegfall hochspezialisierter Mechaniken.
Das neue mechatronische System enthält alle für den Betrieb notwendigen Funktionen: einen modularen vollintegrierten Linearmotor mit Leistungselektronik und Wegerfassung in einem Gerät, einen oder mehrere Mover als bewegte Teile, eine mechanische Führungsschiene sowie einen Industrie-PC mit der Steuerungssoftware Twincat. Die einzelnen Mover können beschleunigen, bremsen, positionieren und sich synchronisieren. Sie können absolute und relative Positionen zueinander einnehmen, sich gruppieren und aufstauen, Kurven wie auch Geraden durchfahren, in der Bewegung Klemmkräfte erzeugen, Energie durch Nutzbremsung zurückge-winnen sowie die Rück- ebenso wie die Hinwege zu Transportzwecken nutzen. Das XTS-System ist einfach und modular konfigurierbar, d.h. die Motormodule bilden eine Einheit mit den Movern und Führungsschienen. Sie enthalten die elektromagnetischen Spulen und alle weiteren aktiven Funktionalitäten, die für den Betrieb des Systems notwendig sind. Lediglich die Spannungsversorgung und eine Ethercat-Verbindung werden benötigt. Die Motormodule enthalten keine bewegten Teile und unterliegen keinem Verschleiß. Der Mover selbst enthält Magnetplatten, die zusammen mit den Spulen des Motormoduls Vortriebskräfte erzeugen können. Er nimmt die Anzugskräfte der Magnete beider Seiten auf und kompensiert sie weitestgehend. So können die Rollen des Mover, die mit einer besonders verschleiß-armen Kunststofffläche ausgerüstet sind, mit hoher Geschwindigkeit in der Führungsschiene laufen. Eine mechanisch robuste Geberfahne übermittelt die Moverposition an das Motormodul.
