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EU-Vorschriften – der Zwang zum Fortschritt?

Die vielfältigen Vorschriften in Deutschland und Europa sind übertrieben und hinken ihrer Zeit hinterher – Tatsache oder Vorurteil? Sicher beides, denn einerseits orientieren sich Normen und Vorschriften in der Regel am aktuellen Stand der Technik, müssen also hinter den Top-Entwicklungen zurück bleiben. Andererseits aber gibt es genügend Fälle, in denen erst ein gewisser Zwang die Märkte erschlossen und Technologien zum Durchbruch verholfen hat. Ein gutes Beispiel für Letzteres ist das Thema Energieeffizienz bzw. die notwendige Technologie zur Umsetzung in der Produktion und Maschinenkonstruktion. So dürfen seit Mitte 2011 – im entsprechenden Geltungsbereich – nur noch Energiesparmotoren der Effizienzklasse IE2 in Verkehr gebracht werden, IE3 und IE4 werden folgen und beispielsweise auch den Einsatz geregelter Antriebe flächendeckend vorantreiben. Oft genug handelt es sich dabei um längst bewährte Technologien und Komponenten, die bisher aber in vielen Bereichen dem Kostendruck zum Opfer fielen oder versteckt in Nebenprozessen vergessen wurden. Hier können Vorschriften tatsächlich ein positiver Zwang zum Fortschritt sein und zudem ein notwendiges Umdenken fördern, im Falle der energieeffizienten Antriebstechnik z.B. hin zum Betrachten kompletter Systeme. Mehr zu den aktuellen EU-Vorgaben und auch zu den geplanten Systemaspekten finden Sie in unserem Trendteil zu „Drives & Motion" ab S. 25. Dass der ganzheitliche Ansatz dabei sogar Contracting-Modelle umfassen kann, erläutert der Beitrag „Weniger Energiekosten – mehr Erfolg" auf S. 54.

Zunehmend mit Systemsicht geht man auch das Thema Maschinensicherheit an. Sei es im Rahmen vereinheitlichter Normen – der Beitrag auf S. 57 berichtet über die neue EN ISO 23125 für Drehmaschinen – oder als umfassendes Sicherheitskonzept mit Profi-safe-Sensoren in der Karosseriefertigung (S. 60). Aktuelle Informationen hierzu finden Sie aber nicht nur in dieser Ausgabe, sondern 'live' im Juni bei der ersten „MRL-Sprechstunde", d.h. einem zusammen mit Pepperl+Fuchs organisierten Workshopkonzept (S. 8), sowie auf dem 8. Konstrukteurstag Sicherheit + Automa- tion, erstmals parallel zur Leitmesse AMB (S. 6).

Stefan Ziegler

Chefredakteur elektro Automation

stefan.ziegler@konradin.de

14.03.2012


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