Das Ende des Kupferzeitalters
Energieeffizienz, Umwelt und vor allem digitale Kommunikation – das sind die Trends, die aktuell zu jedem Anlass diskutiert werden. So auch auf dem Industrial Communication Congress von Phoenix Contact (S. 6): Daten, so eine Kernaussage, sind heute der Rohstoff für Informationen. Das Zeitalter der Daten löse quasi die Ära des Kupfers ab, des „ersten Zeitalters der Elektrizität". Und während tatsächlich die Kosten für Kupfer und andere Rohstoffe weiter steigen und zu einem ernsten Problem zu werden drohen, fallen Daten kostengünstiger und in immer größeren Mengen an.
Aussagefähige Informationen daraus zu gewinnen ist die Aufgabe der Zukunft, die nur mit Software und sicherer Kommunikation zu bewältigen ist. So ist es das Bestreben von Rockwell Automation, seine modulare und skalierbare Software-Umgebung auszubauen, mit denen der Anwender die Effizienz seines umfassenden Produktionsprozesses steigern kann (S. 12).
Das ist wichtig, weil immer mehr Applikationen – wie die Bildverarbeitung – zu einem wachsenden Datenaufkommen beitragen. Die Einbindung industrieller Vision-Kameras in die Steuerung erfolgt meist über Ethernet-Kommunikation, wie an Beispielen im Messesonderteil zur Vison in Stuttgart deutlich wird (ab S. 35).
Mit Zunahme der digitalen Kommunikation verlassen die Daten vermehrt die unternehmensinternen Netze, sodass der Security besondere Bedeutung zukommt; Stuxnet und die Staatstrojaner-Affäre zeigen, wie anfällig die Netze tatsächlich für Manipulationen sind. Die Akzeptanz von Applikationen wie Fernwartung bzw. des Zugriffs auf eine Maschinensteuerung über ein Web-Interface wird deshalb vor allem davon abhängen, in wieweit es gelingt, die Kommunikationswege absolut sicher vor Zugriffen zu schützen. Mit diesem Thema beschäftigt sich die Titelgeschichte (S. 54).
Wann und ob in der Datenkommunikation das Kupferzeitalter tatsächlich endet, bleibt offen. Oft müssen jedoch schon heute viele Tricks angewendet werden, um Kupfer-Installationen für hohe Datenraten zu ertüchtigen. Welche Vorteile dagegen Lichtleiter-Infrastrukturen bieten und wann sich ihr Einsatz lohnt, das können Sie ab S. 73 lesen.
Andreas Gees
Redakteur elektro Automation
andreas.gees@konradin.de
