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Arena of Innovation gebiert vielsprechende Projekte auf der Motek

Innovation im Zeitraffer

Motek-Veranstalter Paul und Bettina Schall mit AoI-Initiator Volker Schiek, Kompetenznetzwerk Mechatronik Baden-Württemberg (von links)
Motek-Veranstalter Paul und Bettina Schall mit AoI-Initiator Volker Schiek, Kompetenznetzwerk Mechatronik Baden-Württemberg (von links)
Das Kreativ-Team der AoI 2011
Das Kreativ-Team der AoI 2011
Bierglasflasche BOB: Tolle Idee in Rekordzeit umgesetzt, und dann doch am Patent gescheitert. Aber das Team will dranbleiben
Bierglasflasche BOB: Tolle Idee in Rekordzeit umgesetzt, und dann doch am Patent gescheitert. Aber das Team will dranbleiben
Der sprechende Weinberg: On-Demand-Pflanzenschutz mit Sensor und Smartphone in der grafischen Umsetzung von Design Tech
Der sprechende Weinberg: On-Demand-Pflanzenschutz mit Sensor und Smartphone in der grafischen Umsetzung von Design Tech
Nach der Premiere im vergangenen Jahr hat sich die Arena of Innovation (AoI) auf der Motek 2011 beeindruckend weiterentwickelt. Mit viel Enthusiasmus haben Entwickler und Tüftler aller Couleur – Studierende ebenso wie Pensionäre oder Arbeitssuchende – parallel zur Messe innovative, verrückte Ideen quasi im Turbogang in Richtung marktfähige Produkte vorangetrieben. Zu den Highlights zählten ein intelligenter Rollator, ein mobiler Einkaufshelfer und ein sensorbasiertes System für ökonomischen und ökologischen Pflanzenschutz.

Besonders angetan zeigte sich Initiator Volker Schiek, Kompetenznetzwerk Mechatronik Baden-Württemberg, von dem fruchtbaren kreativen Chaos in der Arena im Atrium der Messe: „ Durch all die Methoden kommt sonst oft das Kreative zu kurz. Wir müssen daher neue Innovationswege beschreiten. Denn als Innovationsweltmeister erwartet die Welt Antworten auf Zukunftsfragen von uns." Auch Messeveranstalter Paul Schall war stolz auf die Innovations-Arena. „Wir wollen die führende Messe für Zukunftsthemen wie E-Mobility sein. Aber diese Themen benötigen eben intensive Netzwerkarbeit."

Unterstützt wurden die Tüftler denn auch von Motek-Ausstellern, die vor Ort spontan Firmenpatentschaften für Projekte übernahmen. Komplettiert wurde das kreative Entwicklungslabor durch einen Industriedesigner, der die Ideen on the fly ins Bild setzte, sowie einen Patentexperten, der direkt das schutzrechtliche Umfeld abklärte.

Die Aufgaben wurden live auf der Motek eingebracht und von den Projektteams bearbeitet. So entwickelte ein Team einen automatisch sortierenden Mülleimer, der über ein Knickrohr den Müll in den jeweiligen Behälter führt. Mittels Sensorik und Bilderkennung werden Oberfläche, Gewicht und Volumen des Materials ermittelt. Bis zur Umsetzung ist aber noch Einiges an Programmiertechnik nötig.

Sehr weit gediehen ist dagegen bereits das Konzept eines mobiles Einkaufshelfers: Ein Einkaufswagen mit Navigationssystem zeigt den kürzesten Weg zum Produkt, verwaltet Einkaufslisten, ermöglicht Produktvergleiche, unterhält die Kinder und bietet die Möglichkeit, lokalisierte Werbung einzublenden.

In Rekordzeit zur Lösung geführt wurde die Idee einer „ Bierglasflasche" für Weizenbier. Ein abnehmbarer Flaschenboden lässt sich auf den Hals stecken, wodurch sich die Flasche in ein Glas verwandelt. Das notwendige Teil wurde von der Firma Cinteg auf der Messe in CAD modelliert und via Rapid Prototyping gefertigt. So schnell die Idee des wiederverschließbaren und mehrwegfähigen Systems umgesetzt war, so rasch folgte aber die Ernüchterung: Die Patentrecherche vor Ort durch Patev-CEO Dr. Edelbert Häfele fiel negativ aus: Die Idee ist bereits patentiert. Es gilt also nun, eine Alternative zu prüfen.

Ein viertes Projekt beschäftigte sich mit der virtuellen Instandhaltung von Fahrzeugen und Fertigungsstraßen via Tablet-Rechner, CAD und Augmented-Reality-Lösungen. Zwei Unternehmen meldeten bereits auf der Motek konkretes Interesse an.

Weitere Idee: Ein Rollator mit GPS-Unterstützung kann ältere Menschen unterstützen, indem sie etwa akustisch informiert werden, wenn sie sich aus einem vorgegebenen Bereich entfernen; auch die Auslösung eines Notrufs ist möglich. Zwei Tasten an den Griffen dienen zur Kommunikation, ein Pulssensor und ein Umkippsensor lassen sich integrieren. Der Ansatz lässt auch auf Rollstuhl oder Krankenbett erweitern. Die Projektgruppe fand Unterstützung vom Karlsruher FZI. Während der Motek ergaben sich zwei Kontakte mit Rollatorherstellern, von denen einer konkret interessiert ist.

Wirtschaftlicher Pflanzenschutz war das Ziel eines weiteren Projektteams. Statt in regelmäßigen Abständen sollen Pflanzen nur bei Bedarf gespritzt werden. Ein Sensor, der nach Art eines EKG elektrische Signale an der Pflanzenoberfläche misst und daraus ihre Bedürfnisse ermittelt, ist bereits von der Lehner GmbH in Kirchheim/Teck entwickelt worden. Geschäftsführer Dr. Lars Lehner ließ sich spontan animieren, zur Projektgruppe zu stoßen, und zeigte sich „erstaunt, wie schnell hier die Ideen wachsen". Beispielsweise können die Informationen direkt aufs Handy geliefert werden – ein lauffähige Smartphone-App wurde vor Ort erstellt. Eine Weinrebe könnte auf diese Weise melden: „Ich habe Durst".

Initiator Schiek zeigte sich von den Ergebnissen begeistert: „ Der Virus ist übergesprungen. Wir suchen schon neue Aufgaben." Will heißen, dass die AoI auf der Motek 2012 ihre Fortsetzung findet – denn auch Messeveranstalter Paul Schall zeigte sich von der dort entfalteten Innovationskraft beeindruckt: „Wie sehen der weiteren Entwicklung der AoI mit Spannung entgegen." (Kieß)

www.mechatronik-ev.de

19.10.2011


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