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Rittal feiert 50-jähriges Jubiläum und blickt weiterhin visionär in die Zukunft

Die nächste Milliarden-Grenze im Blick

Friedhelm Loh, Inhaber und Vorsitzender der Geschäftsführung von Rittal, setzt weiterhin auf die besondere Innovationskultur des Unternehmens
Friedhelm Loh, Inhaber und Vorsitzender der Geschäftsführung von Rittal, setzt weiterhin auf die besondere Innovationskultur des Unternehmens
Dr. Thomas Steffen, Rittal-Geschäftsführer F&E, Qualitätsmanagement und Service, präsentiert den neuen System-Einzelschrank SE 8
Dr. Thomas Steffen, Rittal-Geschäftsführer F&E, Qualitätsmanagement und Service, präsentiert den neuen System-Einzelschrank SE 8
Den Schaltanlagen- und Steuerungsbau unterstützen heute vielfältige genormte Lösungen bei den elektronischen Komponenten wie auch bei den Schaltschränken. Dies vereinfacht die Montage und erhöht die Sicherheit. Doch das war nicht immer so, denn noch vor einigen Jahrzehnten gab es nur einfache als Sonderanfertigung hergestellte 'Blechkästen'. Der erste Standard für eine Serienferti-gung wurde vor 50 Jahren von Rudolf Loh erfunden – und damit der Grundstein gelegt für ein heute global führendes Unternehmen mit weltweit 1500 Patenten, die den wichtigsten Erfolgsfaktor „Innovationskultur" belegen.

Rittal wurde von Rudolf Loh am 1. April 1961 als Rudolf Loh KG gegründet. Neben dem damals schon bestehenden Unternehmen Hailo-Werk, das mit Haushaltsgeräten im Konsumgütermarkt etabliert war, sollte damit ein zweites Standbein in der Investitionsgüterindustrie geschaffen werden. Dabei rückte die Fertigung von Schaltschränken in den Blick. Bis dahin hatte die elektrotechnische Industrie diese selbst gefertigt oder in externen „Blechwerkstätten" herstellen lassen. Diese Einzelanfertigungen waren teuer, ihre Lieferzeiten lang und die Qualität schwankte. Die Idee des Vertreters eines nahe ge- legenen Elektrogroßhandels, Schaltschränke in Großserie zu bauen und als Standardprodukt anzubieten, erschien Rudolf Loh deshalb als sehr aussichtsreich.

Mut zur Innovation

Dass der Firmengründer mit seiner Einschätzung Recht und zudem auch den Mut und das Durchhaltevermögen bei der Umsetzung hatte, zeigt die für eine 50-jährige Firmengeschichte beeindruckende Unternehmensgröße mit heute rund 11 000 Mitarbeitern und ca. 2,2 Mrd. Euro Umsatz. Als besonderen Erfolgsfaktor – in den vergangenen 50 Jahren ebenso wie für die Zukunft – sieht Gründersohn Friedhelm Loh, der seit 1974 die Geschicke des Unternehmens lenkt, die außergewöhnliche Innova- tionskultur. Entscheidend seien dabei vor allem die konsequente Zielorientierung, der Wille zum Erfolg und insbesondere das intensive Hören auf die Anforderungen der Anwender. Und gerade bei Rittal als Familienunternehmen herrsche die dafür nötige Kultur, die mit vielen Entscheidungsfreiheitsgraden das Experimentieren und die Neugier auf das Neue fördert. Dazu Friedhelm Loh: „Wir haben immer in Chancen gedacht und sind so vom kleinen Schaltschrank als erstem Experiment bis zum heutigen 'System' aus Gehäusetechnik, Klimatisierung und IT-Infrastruktur gekommen. Dabei waren und sind Innovationskraft und internationale Präsenz die Treiber für unser Wachstum." Zukünftiges Potenzial sieht er einerseits in der Plattform 'Das System', die sich nach wie vor hinsichtlich der Produkte und Serviceleistungen weiterentwickeln werde, und andererseits im Ausbau der internationalen Märkte, insbesondere in Brasilien, China, Indien und Russland. Ziel bis 2015 sei es, weltweit einen Jahresumsatz von 3 Mrd. Euro zu erwirtschaften. Da ohne entsprechende Investitionen aber grundsätzlich kein Wachstum möglich sei, habe man in den nächsten Jahren hierfür ein Investitionsvolumen von 500 Mio. Euro vorgesehen.

Ein Solist als neues Experiment

Eines der aktuellen Ergebnisse aus Expermentierfreude und dem Hören auf die Anwenderanforderungen – so Dr. Thomas Steffen, in der Geschäftsführung u.a. zuständig für Forschung und Entwicklung – ist der neue Einzel-Systemschrank SE 8, der bei Anwendungen im Schaltanlagen- und Steuerungsbau, die ohne Schrank-zu-Schrank-Verdrahtungen auskommen, u.a. hinsichtlich der Kosten deutliche Vorteile bietet. Hier mussten Anlagenbauer bislang auf die gewohnte Ausbauvielfalt verzichten, können mit dem neuen Einzelschrank SE 8 nun aber die volle Kompatibilität zum Topschranksystem TS 8 und damit Ausbauvielfalt und Kostenvorteile in einer Lösung nutzen. Da die Schrankprofile für den Innenausbau mit denen der Topschrank-Serie identisch sind, ist der SE 8 komplett in die TS-8-Systemplattform integriert, d.h. der Anwender profitiert von den verbesserten Ausbaumöglichkeiten auf zwei Montageebenen sowie von einem umfangreiche Systemzubehör bei reduzierter Teilevielfalt im Lager. Da beim SE 8 der Gehäusekorpus und das Profil aus einem Blech geformt sind, können zum einen die Kosten gesenkt werden, zum anderen entfallen für den Anwender sowohl das Handling als auch die Montage von seperaten Seitenwänden. Zur weiteren Kostensenkung trägt ein automatischer Potenzialausgleich des Schrankkorpus mit Rückwand und Bodenblechen bei. Spezielle Kontaktelemente, die sich bei der Montage in die Oberflächenbeschichtung eindrücken und eine sichere elektrisch leitende Verbindung herstellen, machen das Anbringen von separaten Erdungsbändern überflüssig. Deutliche Vorteile ergeben sich auch für CAD-Konstrukteure: Da der Innenausbau von SE 8 und TS 8 identisch ist, kann zunächst mit der Planung begonnen und danach erst festlegt werden, ob ein Einzel- oder ein Anreihschrank notwendig ist.

Weitere Informationen bietet die Unternehmenswebsite:

www.rittal.de

Ein ausführliches Interview der Redaktion mit Friedhelm Loh zu 50 Jahre Schaltschrank-Know-how finden Sie online unter:

www.wirautomatisierer.de/ 32626579

28.10.2011


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