Höher, schneller, weiter – 48 Kerne für die Automatisierer?
Explodierende Rechnerleistungen und Ethernet-basiert immense Datenübertragungsraten – zwei Paradebeispiele dafür, wie stark die industrielle Automatisierungstechnik von IT- bzw. Consumer-Technologien profitieren kann. Gerade zum ersten Punkt tragen die aktuellen Mehrkern-Prozessoren bei, die zwar längst in der Automatisierungstechnik angekommen sind, aber noch lange nicht konsequent und optimiert genutzt werden. Hier fehlt es oft an Knowhow sowie an den geeigneten Engineeringtools. So lassen sich problemlos Industrie-PCs mit Mehrkern-Prozessoren einsetzen, der Aufwand für das sinnvolle Aufteilen der Automatisierungssoftware, beispielsweise für Visualisierungs- und Safety-Aufgaben auf zwei oder vier Cores treibt dann aber schnell den Engineeringaufwand in die Höhe. Und nun... Intel hat weltweit rd. 100 Forschungseinrichtungen, davon 44 in Europa und sieben in Deutschland den neuesten Single-Chip Cloud Computer mit 48 Rechenkernen zur Verfügung gestellt. Für viele Entwickler sicherlich eine große Herausforderung. Doch verhindern wird und sollte auch niemand den Einzug solcher Technologien in die Automatisierung. Denn wie so oft wird auch hier die Zeit für entsprechend leistungsfähige Unterstützungstools sorgen. Einen Anfang macht eine der beteiligten deutschen Forschungseinrichtungen, das Hasso-Plattner-Institut (HPI). Ihm geht es um die Entwicklung von Software, die sich passend auf die nächste Generation von Mehrkern-Prozessoren einstellt. Mehr dazu finden Sie übrigens im „Blick über den Tellerrand" auf www.wirautomatisierer.de .
Mitten in der automatisierungstechnischen Umsetzung ist zudem eine weitere – derzeit eher im Kino bestaunte – Weiterentwicklung: die 3D-Bildverarbeitung. Ihr ist daher unser Trendteil zu „Data & Communication" gewidmet, mit interessanten Statements von insgesamt acht Experten (ab s. Seite 25). Schon angekommen in der Praxis sind hingegen die vielfältigen Bildverar- beitungsneuheiten, die im Sonderteil zur Stuttgarter Fachmesse Vision beschrieben werden (ab s. Seite 60); ebenso wie die Highlights der Münchener electronica im Sonderteil ab Seite 33.
Stefan Ziegler
Chefredakteur elektro Automation
stefan.ziegler@konradin.de
