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Elektroexporte übertreffen Vor-Krisen-Niveau

Beschreibung

Der Elektroaußenhandel beschleunigt sich weiter. Im Juni 2010sind die Exporte der deutschen Elektroindustrie um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Mit einem Volumen von 12,6 Mrd. Euro konnte das Juni-Ausfuhrniveau des Vor-Krisen-Jahres 2008 bereits wieder übertroffen werden...

Kommentar von ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann (Bild)

Elektroexporte übertreffen Vor-Krisen-Niveau 

Der Elektroaußenhandel beschleunigt sich weiter. Im Juni 2010sind die Exporte der deutschen Elektroindustrie um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Mit einem Volumen von 12,6 Mrd. Euro konnte das Juni-Ausfuhrniveau des Vor-Krisen-Jahres 2008 bereits wieder übertroffen werden. 

Kommentar von ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gonterman (Bild): „Im gesamten ersten Halbjahr 2010 summierten sich die Elektroausfuhren auf 67 Mrd. Euro. Verglichen mit den ersten sechs Monaten des Vorjahres ist dies ein Zuwachs von 22 Prozent. Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland beliefen sich im Juni auf 11,5 Mrd. Euro und von Januar bis Juni auf 60 Mrd. Euro. Gegenüber den entsprechenden 2009-er Levels legten sie um 37 bzw. 28 Prozent zu. Die kräftigsten Impulse für das Elektroexportgeschäft kamen auch im Juni wieder aus Lateinamerika und Südostasien. Hier gab es ein sattes Plus von 83 Prozent bzw. 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im gesamten ersten Halbjahr 2010 gab es vor allem bei den Ausfuhren nach Brasilien (plus 56 Prozent) und China (plus 50 Prozent) sehr hohe Zuwächse. Alle Fachbereiche der Elektroindustrie profitieren von der derzeit dynamischen Ausfuhrentwicklung. Die höchsten Exportsteigerungsraten verzeichneten im Juni die Bereiche Unterhaltungselektronik, Schienenfahrzeuge und Elektronische Bauelemente mit jeweils mehr als 50 Prozent plus. Zwischen Januar und Juni entwickelten sich die Zweige Fahrzeugelektrik und Elektronische Bauelemente mit einem Wachstum von jeweils fast 40 Prozent besonders stark. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres hat der Euro gemessen an den für die deutsche Elektroindustrie wichtigsten Währungen – darunter US-Dollar, britisches Pfund, chinesischer Renminbi und südkoreanischer Won – weiter abgewertet. Gegenüber dem gewichteten Korb mit den Währungen der zehn größten Abnehmerländer elektrotechnischer und elektronischer Produkte und Systeme lag das Minus bei mehr als sechs Prozent, gegenüber dem Korb mit den Währungen der weltweit zehn bedeutendsten Elektro-Produktionsländer bei elf Prozent. In einer Konjunkturumfrage des ZVEI gaben zuletzt 90 Prozent der Unternehmen an, dass der vergleichsweise schwache Euro ihr Exportgeschäft derzeit stimuliert."

Juli-Kommentar von ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gonterman: „Im Mai haben nach Angaben des ZVEI die Auftragseingänge in der deutschen Elektroindustrie um 26 Prozent gegenüber Vorjahr zugelegt. Zwischen Januar und Mai konnten die Auftragseingänge ihr Vorjahresniveau um 23 Prozent übertreffen. Gegenüber dem Vormonat sind die Bestellungen im Mai – arbeitstäglich und saisonbereinigt – um drei Prozent gestiegen. Die stärksten Impulse kamen vom Auslandsgeschäft. Während aus dem Inland 16 Prozent mehr Bestellungen eingingen als vor einem Jahr, zogen die Auslandsbestellungen um 38 Prozent an. Der Umsatz mit elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnissen lag im Mai 19 Prozent über Vorjahr. Auf Jahresbasis hat er damit jetzt zum fünften Mal in Folge mit wachsender Rate weiter zugelegt. Über den gesamten Zeitraum von Januar bis Mai 2010 übertraf der Umsatz sein Vorjahreslevel um 13 Prozent (Inlandsumsatz: plus zehn Prozent, Auslandsumsatz: plus 16 Prozent). Im Vormonatsvergleich hat der Umsatz im Mai – arbeitstäglich und saisonbereinigt – um drei Prozent zugelegt. Die (preisbereinigte) Produktion der Elektrounternehmen hat ihren Vorjahreswert im Mai um 16 Prozent überschritten. Kumuliert von Januar bis Mai dieses Jahres ist sie um neun Prozent gegenüber Vorjahr gewachsen. Verglichen mit dem Vormonat lag die Produktion im Mai – arbeitstäglich und saisonbereinigt – um vier Prozent höher. 29 Prozent der Branchenunternehmen wollen ihren Ausstoß in den kommenden drei Monaten erhöhen. 65 Prozent der Firmen planen eine Aufrechterhaltung ihres gegenwärtigen Produktionsniveaus, nur sechs Prozent wollen es zurückfahren. Im Juni haben die Unternehmen der Elektroindustrie ihre Geschäftslage deutlich besser eingeschätzt als im Mai. Insgesamt liegt die Lagebeurteilung jetzt wieder auf dem Niveau, das sie vor der Lehman-Brothers-Pleite im September 2008 hatte. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich im Juni etwas eingetrübt. Das gesamte Geschäftsklima in der Elektroindustrie – als Mittel aus Lagebeurteilung und Erwartungen – ist im Juni allerdings leicht gestiegen."



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