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Wie lang ist die Badewanne?

Selten wurde die profane Badewanne in Zusammenhang mit Wirtschaftsthemen so oft zitiert wie in den vergangenen Monaten. Zugegebenermaßen veranschaulicht ihr Schnittbild auch in idealer Weise die Wirtschaftskrise:...

Selten wurde die profane Badewanne in Zusammenhang mit Wirtschaftsthemen so oft zitiert wie in den vergangenen Monaten. Zugegebenermaßen veranschaulicht ihr Schnittbild auch in idealer Weise die Wirtschaftskrise: extrem steiler und tiefer Fall, gefolgt von einem langen Boden und einem sanften, langsamen Anstieg. Doch wie lang ist denn nun die Krisen-Wanne?

Trotz einiger nach wie vor mahnender Stimmen breitet sich aktuell ein zunehmender Optimismus aus: Dass der Boden, sprich die wirtschaftliche Talsohle erreicht ist, bezweifelt derzeit kaum noch jemand. Die vielfältigen positiven Indikatoren stärken vielmehr die Hoffnung auf eine doch unerwartet kurze Badewanne, zumal sich der private Konsum unvermindert als sehr robuste Stütze erweist und die voraussichtlich in Kürze steigenden Arbeitslosenzahlen zurzeit noch wenig greifbar erscheinen. Ein Beispiel für langsam wieder optimistischere Prognosen betrifft die deutsche Elektroindustrie: Sie wird nach einem aktuellen Branchenbericht der Deutschen Bank – und unter Beteilgung des ZVEI – in diesem Jahr um 20 % schrumpfen, für 2010 wird allerdings bereits wieder ein Wachstum in Höhe von 6 % erwartet. Vieles spricht dafür, dass die Elektroindustrie den Wachstumspfad mit +3 % pro Jahr nach der Rezession wieder erreicht, erläutert dazu Prof. Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Philipp Ehmer, Branchenanalyst bei Deutsche Bank Research und Autor der Studie ergänzt, dass die Ausrichtung auf Investitionsgüter der Branche nutzen wird, sobald es mit der Wirtschaft wieder bergauf geht.

Ein zumindest leichter Aufschwung im Jahr 2010 wäre sicherlich ein starkes Indiz für eine gemessen an der Schwere der Krise recht kurze Badewanne. Ob der Optimismus gerechtfertigt bleiben wird, kann nur die Entwicklung der nächsten Monate zeigen. Natürlich wird Sie die elektro Automation hier sowohl hinsichtlich Technik als auch bzgl. der wirtschaftlichen Tendenzen auf dem Laufenden halten – im Print-Medium beispielsweise im Heftteil „Markt" (hier ab S. 6) und im Sonderteil zur Motek (ab S. 37) oder aber im Internet unter wirautomatisierer.de u.a. mit aktuellen, kommentierten „ Topmeldungen" (s. auch S. 14).

Stefan Ziegler

Chefredakteur elektro Automation

stefan.ziegler@konradin.de

Dieser Artikel stammt aus Community-Indicator


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