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Zwischentöne – Es ist nicht alles schwarz oder weiß

Selten gab es um die Jahreswende herum so viele Negativschlagzeilen aus der Welt der Wirtschaft und Finanzen wie 2008/2009. Sicher sprechen in vielen Fällen die Zahlen und Fakten für sich, keineswegs...

Selten gab es um die Jahreswende herum so viele Negativschlagzeilen aus der Welt der Wirtschaft und Finanzen wie 2008/2009. Sicher sprechen in vielen Fällen die Zahlen und Fakten für sich, keineswegs zu vernachlässigen aber ist der Faktor Psychologie. Viel zu oft sorgt er dafür, dass das vermittelte Bild unbewusst in den schwärzesten aller schwarzen Farben gesehen wird. Entsprechend groß ist die Gefahr eines Teufelkreises aus Schwarzmalerei sowie Investitionsstopp bzw. Sparkurs in den Industrieunternehmen. Natürlich müssen die Unternehmensleitungen auf Wirtschaftskrisen reagieren, aber ganz im Sinne von „mehr als nur schwarz und weiß" sollte hierbei ein klares Augenmerk auf den Zwischentönen liegen. Was das konkret bedeutet? Ganz einfach, zwischen den Extremen „Tolles Boom-Jahr, die Auf-träge sind kaum abzuarbeiten" und „Rezession, Personal muss abgebaut werden" liegt ein breites Feld an sinnvollen, genau auf die spezielle Situation der jeweiligen Branche abstimmbaren Maßnahmen.

Prädestiniert für die psychologisch motivierte Schwarzseherei ist auch die Automa-tisierungstechnik, die sehr stark von hoch gefährdeten Industriebranchen und vom Erfolg der deutschen Exportwirtschaft abhängt. Dabei ist hier das viele „Weiß" im Wirtschaftsbild kaum zu übersehen: Automatisierung ist eine hoch innovative Branche, die für die Anwender immense Produktivitäts- und Energieeffizienzpotenziale erschließen kann. Daher wird sie gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gefragt sein. Belegen können dies aktuelle ZVEI-Branchenzahlen: Die elektrische Antriebstechnik verzeichnete 2008 das sechste Wachstumsjahr in Folge; die Automatisierungsbranche insgesamt hat ein erfolgreiches 2008 hinter und mit prognostizierten +2 bis +4 % ein ebensolches 2009 vor sich (s. S. 6). Auch wenn dies der just zum Redaktionschluss vermeldete – lt. VDMA-Präsident Dr. Manfred Wittenstein aber mit Besonnenheit zu betrachtende – Auftragsrückgang im Maschinenbau um enorme 30 % (November 2008 gegenüber Vorjahreswert) doch sehr relativiert.

Dennoch positiv denkend wünscht Ihnen die elektro Automation neben Realismus auch Optimismus und ein „weißes" 2009.

Stefan Ziegler

Chefredakteur elektro Automation

stefan.ziegler@konradin.de

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