F&E mit Nähe zum Markt
Forschung und Entwicklung im „Elfenbeinturm" mache keinen Sinn, so Bernhard Jucker, Vorstandsvorsitzender der ABB AG in Mannheim (noch bis Jahresende, s. Newsticker auf S. 6): „Unsere Forscher und Entwickler denken vielmehr darüber nach, wie Unternehmen noch effizienter und Energie sparender produzieren können. Maßgebend ist also nicht die Machbarkeit neuer Produkte, sondern die Akzeptanz am Markt." Dies bestätigt auch Dr. Peter Terwiesch, Chief Technology Officer der ABB Ltd. in Zürich/CH: „ Innovationen erscheinen selten lösgelöst und isoliert, sie entstehen vielmehr an den Schnittstellen zum Markt und setzen tief gehende Prozesskenntnisse voraus." Entsprechend wichtig seien Kooperationen sowohl mit Hochschulen in aller Welt als auch mit Automatisierungsanwendern und mit mittelständischen Spezialisten. Insgesamt betreibe ABB neun Entwicklungszentren in Amerika, Asien und Europa – die drei größten in Schweden, der Schweiz sowie in Deutschland in Ladenburg. Allerdings wachse die Bedeutung der asiatischen F&E-Zentren und insbesondere der indische „Think Tank" schließe zu den drei Großen auf. ABB erhalte weltweit rund 600 Patente pro Jahr – ein Drittel davon komme aus Deutschland. Verantwortlich für dieses Drittel ist Dr. Franz Schmaderer, Leiter des Forschungszentrums Ladenburg: „In Ladenburg haben wir uns klar auf den Bereich Automationstechnik für Industrieanlagen und Energieversorger fokussiert und sind hier im ABB-Konzern sicher führend. Dabei nutzen wir das einzigartige universitäre Umfeld in Deutschland, ergänzt durch außeruniversitäre Spitzenforschungseinrichtungen wie die Fraunhofer-Gesellschaft. Die wichtigste Aufgabe der Forschung ist dabei, die Technologie-Plattformen für die Produkt- und Prozessinnovationen der Zukunft bereitzustellen." So arbeite man beispielsweise an den Architekturen und Funktionalitäten für die übernächste Generation der ABB-Systemplattform 800xA, die bis Mitte 2007 umgesetzt sein sollen. Als ein Beispiel für jüngste Innovationen führt Dr. Franz Schmaderer an:
· Der intelligente Zangenausgleich beim Punktschweißen mit Robotern sorgt mit einer Softwareoption in der Robotersteuerung für eine prozesssynchrone Roboterausgleichsbe-wegung und ersetzt so ein teures mechanisches Teil.
Eine hohe Wertschöpfung will ABB zudem durch innovative Roboterlösungen ermöglichen:
· So bietet die Steuerungsgenera-tion IRC5 nun die Funktion Multimove, dank der ein einziges Steuerungsmodul die Bahnplanung für bis zu vier Roboter und externe Achsen synchron durchführen kann und damit erstmals bis zu vier Roboter gemeinsam arbeiten bzw. sich die Bauteile oder Werkzeuge zureichen können. Dies spare signifikant Stellfläche, zudem könne die bisher notwendige Fördertechnik entfallen.
· Die personensichere Steuerungstechnik ergibt neue Interaktionsmöglichkeiten von Mensch und Roboter. Hierzu werde die Robotersteuerung ICR5 im Laufe des Jahres 2006 mit einer Option für sichere Antriebstechnik erhältlich sein, mit der sich elektromechanische und hart verdrahtete Sicherheitseinrichtungen durch flexibel programmierbare elektronische Systeme ersetzen lassen.
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